Wie gestalten wir das Zusammenleben, wenn unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und Lebensweisen aufeinandertreffen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Ausstellung „WAS WIR TEILEN“, die heute im Haus der Stadtgeschichte Offenbach feierlich eröffnet wird. Sie lenkt den Blick auf Demokratie als etwas, das nicht allein in politischen Institutionen stattfindet, sondern sich auch im alltäglichen Miteinander entfaltet. Öffentliche Plätze, Straßen, Gebäude und andere gemeinsam genutzte Räume sind Orte, an denen Gemeinschaft entsteht, Unterschiede sichtbar werden und das Zusammenleben immer wieder neu ausgehandelt wird (Bieling et al. 2025a).
Doch die Bedingungen für solche Begegnungen verändern sich. Digitalisierung, Privatisierung und Kommerzialisierung beeinflussen, wo und wie Menschen zusammenkommen. Zugleich teilen wir unsere Lebensräume nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und technischen Systemen. Damit stellen sich grundlegende Fragen: Wem gehört der gemeinsame Raum? Wer oder was darf dazugehören? Und wie lässt sich ein Zusammenleben gestalten, das unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt und neue Formen der Verbindung ermöglicht?
Die Ausstellung „WAS WIR TEILEN“ nähert sich diesen Fragen aus der Perspektive der Designforschung. Kuratiert von Tom Bieling und Susanne Wieland, versammelt sie studentische Arbeiten aus dem Lehrgebiet Designtheorie der HfG Offenbach. Die vorgestellten Projekte untersuchen, wie Gestaltung dazu beitragen kann, gewohnte Sichtweisen zu hinterfragen und das Teilen als gemeinschaftliche Aufgabe zu verstehen (Bieling et al. 2025b). Im Mittelpunkt stehen dabei die Suche nach Gemeinsamkeiten, die Übernahme von Verantwortung und das Experimentieren mit neuen Formen des Zusammenlebens.

Die Ausstellung vereint Arbeiten aus fünf Seminaren: »Demokratie als Raum – Zur Topologie demokratischer Praxis«, »Gegenentwürfe – Politiken des Designs«, »Sympoietic Design – Koexistenz entwerfen«, »Pro und Contra – Design als Debatte«, »Design und Gemeinschaft«. Ergänzt werden sie durch Diplomprojekte sowie Bachelor- und Masterarbeiten aus dem Lehrgebiet Designtheorie von Prof. Dr. Tom Bieling.
Gezeigt werden Arbeiten von Fabian Arnold, Franka Bahlke, Noa Becker, Yasmine Ben Moussa, Paul Berger, Anton Birke, Christopher Bischoff, Devin Can, Xenia Christoph, Mi Düver, Kosmas Ftoulis, Sofia Gal, Lukas Gall, Simon Hanke, Fritz Held, Hannah Heruday, Antonia Hinderegger, Gerrit Hülsmann, Fionn Husemann, Alexej Kosin, Lukas Lange, Lennard Ludig, Clara Maldener, David Martin Maurer-Laube, Zachary Mentzos, Mark Mittasch, Fuheng Nan, Marie-Josefine Pavesi, Svea Marlen Rauch, Lorenz Recken, Simon Schmidt-Meinzer, Mia Schreiber, Carola Schulz, Sallar Shayegan, Anna Stashko, Jean-Luc Klaukien, Anna Koitschev und Konstantin Illi.
„WAS WIR TEILEN – Designforschung zu Raum und Zusammenleben“ wird im Rahmen des WDC-Projekts „Places of Democracy / Orte der Demokratie“ präsentiert. Das Projekt wurde von Astrid Jäger und Monika Jäger in Zusammenarbeit mit dem Klingspormuseum und dem Haus der Stadtgeschichte initiiert. Unterstützt wird es vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
WAS WIR TEILEN – Designforschung zu Raum und Zusammenleben
Vernissage: Donnerstag, 29. Oktober, um 18 Uhr
Ausstellung: 30. Oktober bis 12. November 2026
Haus der Stadtgeschichte, Offenbach
Erich Martin Raum, Grafische Sammlung
Herrnstraße 61, Eingang B, 2. Obergeschoss
Plakat: Susanne Wieland
Foto: Sofia Gal