May 18th, 2026

Gestaltung im Kontext Ökologischer Dynamiken

In seiner derzeit entwickelten Masterarbeit zur Erweiterung des Designbegriffs im Zusammenspiel menschlicher und ökologischer Akteure untersucht Simon Hanke Gestaltung im Zusammenhang mit ökologischen Dynamiken und plädiert für eine Erweiterung des traditionellen Designverständnisses. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass angesichts aktueller ökologischer Krisen die üblichen Vorstellungen über das Verhältnis zwischen Gestaltung, Umwelt und Verantwortung nicht mehr ausreichen, um den realen Herausforderungen gerecht zu werden. Design kann daher als ein Raum verstanden werden, in dem neue Perspektiven erprobt und alternative Formen des Umgangs mit ökologischen Prozessen sichtbar gemacht werden.

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, welche Rolle natürliche Prozesse innerhalb gestalterischer Entscheidungen spielen können und sollten. Dabei wird davon ausgegangen, dass Gestaltung nicht ausschließlich auf menschliche Bedürfnisse ausgerichtet sein muss. Stattdessen wird sie als Teil eines Geflechts verstanden, in dem auch ökologische und materielle Prozesse wirksam sind. Diese Perspektive eröffnet die Möglichkeit, Natur nicht nur als Ressource oder Hintergrund, sondern als aktiven Faktor innerhalb gestalterischer Prozesse zu begreifen.

Vor diesem Hintergrund werden mehrere Leitfragen entwickelt: Wie kann Design heute ein verantwortungsbewusstes Verhältnis zur Natur aufbauen? Welche neuen Möglichkeiten entstehen, wenn Natur in Gestaltungsprozessen als mitwirkende Instanz betrachtet wird? Und welche Bedeutung haben dabei unterschiedliche Formen des Handelns – von aktivem Eingreifen über fürsorgliche Begleitung bis hin zum bewussten Unterlassen?

Die Arbeit setzt sich dabei auch mit historischen und aktuellen Vorstellungen vom Verhältnis des Menschen zur Natur auseinander. Es werden unter anderem Ideen der Naturbeherrschung, kulturelle Deutungen von Natur sowie gesellschaftliche Vorstellungen von Ordnung und Kontrolle untersucht.
Ergänzend wird das Projekt „Zwischenraumgarten“als praktischer Teil der Untersuchung herangezogen. Dieses von der HfG geförderte Vorhaben bietet eine niedrigschwellige Möglichkeit, sich gestalterisch mit ökologischen Fragen auseinanderzusetzen. Die entstehenden Zwischenraumgärten dienen dabei als experimentelle Orte, an denen unterschiedliche Formen des Zusammenspiels von Gestaltung und ökologischen Prozessen erprobt und beobachtet werden können.

Am 18.5. laden Simon Hanke und Tom Bieling zum Vortrags-Spaziergang mit Projektbegehung im Schlosshof der HfG Offenbach. Treffpunkt 14 Uhr, Raum 312. Eine Veranstaltung im Rahmen des Seminars “Sympoietic Design – Koexistenz entwerfen”, SoSe 2026 (Designtheorie, Bieling).

Die Masterarbeit wird betreut von Prof. Dr. Tom Bieling. Das Projekt “Zwischenraumgarten”, betreut von Prof. Dr. Tom Bieling und Susanne Wieland erfolgt als “freies Projekt” an der HfG Offenbach (2026). Es geht geht zurück auf ein, im Zuge des Projektes “Nutzen statt Besitzen” (Bieling, WiSe 24/25) entwickeltes Konzept und wird gefördert vom green.office.fondes der HfG.

References