https://www.designforschung.org/atom designforschung.org Feed designforschung.org Updates 2026-02-13T05:07:00+01:00 designforschung.org Team Design als kritische (Forschungs-)Praxis urn:uuid:51620dea-d37f-4257-b0ec-67e8a1c81854 2026-02-13T05:07:00+01:00 Wenn die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach am Main zeitgleich zum Tag der offenen Türen und zur Erstsemestershow einlädt, wird der Campus zu einem offenen Denk- und Erfahrungsraum. Werkstätten, Ateliers und Seminarräume beider Fachhbereiche – Kunst und Design – geben Einblicke in laufende Prozesse, während Studienanfänger:innen ihre ersten gestalterischen Arbeiten präsentieren. Zugleich werden Diplom- und Masterarbeiten gezeigt, die verdeutlichen, wie sehr Gestaltung an der HfG als forschende, theoretisch fundierte und gesellschaftlich wirksame Praxis verstanden wird. Die Arbeiten des Lehrgebiet Designtheorie (Tom Bieling) sind in Raum 312 sowie im Foyer der Bibliothek zu sehen.

Virtuelle Räume, reale Wahrnehmung

Die gezeigten Arbeiten durchqueren unterschiedliche Aggregatszustände der Designforschung und kommen in unterschiedlichen Medienformaten daher (objekthaft, textlich/sprachlich, virtuell, interaktiv, audio-/visuell, performativ). So zum Beispiel die Diplomarbeit von Lennard Ludig („Die konstruierte Präsenz – Analyse gestalterischer Strategien in sozialen VR“). Ludig entwickelt darin eine differenzierte Phänomenologie sozialer und immersiver Virtual-Reality-Umgebungen. Seine Arbeit überzeugt in zweifacher Hinsicht: Zum einen gelingt es ihm, auch ungeübte Leser:innen in die untersuchten digitalen Räume hineinzuziehen und deren Atmosphären, Interaktionsformen und ästhetische Strategien anschaulich erfahrbar zu machen. Zum anderen gleicht er seine Beobachtungen systematisch mit raumtheoretischen Konzepten von Jan Gehl, Marc Augé, Lucius Burckhardt und anderen ab.

Begriffe wie der Nicht-Ort, der Transit-Ort, die Heterotopie oder die Lobby als Agora werden auf soziale VR-Plattformen übertragen und kritisch befragt. Dabei zeigt sich, dass manche dieser Konzepte überraschend tragfähig sind, während andere an ihre Grenzen stoßen. Besonders aufschlussreich wird die Analyse dort, wo Ludig Aspekte der Körperlichkeit einbezieht und mit Sherry Turkles Überlegungen zu digitalen Identitätsentwürfen verbindet. Die performative Vielheit von Avataren und Selbstbildern erscheint als Signatur eines postmodernen Lebens, in dem Identität fluide und situativ wird. Überzeugend ist auch die Gegenüberstellung unterschiedlicher Bild- und Raumstrategien – zwischen Realismus beziehungsweise Mimesis und bewusst ästhetischer Konstruktion. Ludig veranschaulicht eindrücklich, dass der Begriff des Realismus im VR-Kontext ambivalent ist, da selbst physikalisch unmögliche Umgebungen als real verarbeitet werden können, sofern sie in sich kohärent gestaltet sind.

Urbane Analysen und gesellschaftliche Bildpolitiken

Eine weitere Auswahl an Abschlussarbeiten im Lehrgebiet zeichnen sich durch analytische Tiefe aus. Marie-Josephine Pavesi legt mit „Spielplätze in Paris und Berlin“ eine detailreiche Vergleichsanalyse vor, aus der sich vielfältige Rückschlüsse auf pädagogische Modelle, Regelwerke und Konzepte von Offenheit ableiten lassen. Besonders spannend ist ihre Beobachtung, dass bestimmte Ästhetiken und Formsprachen von Spielplätzen weniger aus autonomen Gestaltungsentscheidungen entstehen, sondern häufig Ergebnis normativer Vorgaben und sicherheitslogischer Rahmenbedingungen sind.

Sophie Mosdell untersucht in ihrer Master Thesis „Material als Marke“, wie Materialität selbst zur identitätsstiftenden Größe wird und Markenkommunikation prägt. Carola Schulz widmet sich in ihrer Diplomarbeit „Urbane Utopien – wie transformiert sich urbaner Raum am Beispiel Kranichstein“ den Dynamiken städtischer Transformation zwischen Vision und gelebter Realität. Svea Marlen Rauch analysiert in „Ein verzerrtes Bild – Antisemitismus in digitalen Bildkulturen“ die Persistenz antisemitischer Stereotype und ihre visuellen Strategien im digitalen Raum. Mi Düver fragt in „Artefakte in Transition“ nach Objekten im Übergang und nach Bedeutungsverschiebungen in gesellschaftlichen, insbesondere geschlechtlichen Transformationsprozessen.

Ein zentrales Exponat bildet die interaktive Installation „Intelligence in the Fog“ von Konrad Kebbel. Die Arbeit reflektiert unser Verhältnis zur Künstlichen Intelligenz und stellt die Frage, ob wir technischen Systemen mehr Intelligenz zuschreiben, als sie tatsächlich besitzen. Das scheinbare Gegenüber bleibt undurchsichtig; sein Innenleben entzieht sich der Zuschreibung. Gerade diese Unbestimmtheit macht die Projektionen sichtbar, mit denen wir KI aufladen.

Poster: Carlotta Hick

Design und Sprache: Transparent und Veränderbar

Großen Raum in beiden Räumen nimmt das Projekt „Design und& Sprache“ ein, geleitet von Prof. Dr. Tom Bieling und M.A. Jonathan Kuhlmann, gemeinsam mit M.A. Susanne Wieland und Dipl. Des. Amelie Mattas. Im ersten Semester des Studiengangs Design werden zwei jeweils sechswöchige Workshops durchgeführt, die das Bewusstsein für die subtile Wirkung von Gestaltung schärfen. Die Studierenden setzen sich mit den Begriffen „transparent“ und „veränderbar“ auseinander und entwickeln eigenständige Zugänge, die in rund 60 Projekten sichtbar werden.

Der Begriff „transparent“ wird in seiner Vielschichtigkeit ausgelotet – als Zustand, Haltung, Beziehung, räumliche Qualität oder soziale Praxis. Die daraus hervorgegangenen Arbeiten hinterfragen gewohnte Sichtweisen, beziehen Nutzer:innen aktiv ein und verschieben Maßstäbe und Funktionen. In diesem Zusammenhang entstehen unter anderem visuelle Stadtanalysen zum Thema Transparenz: Fuheng Nan und Jean-Luc Klaucken untersuchen Räume, Luke Klemann analysiert Prozesse, Arnold Schmidgen und Lorenz Recken widmen sich typografischen Dimensionen, Ricarda Heurer und Sarah Rohde erforschen Zeichen, Mykhailo Slukin und Sofia Gal nehmen Werbung in den Blick, während Anna Dristos und David Untermann architektonische Aspekte analysieren.

Der Begriff „veränderbar“ rückt Transformation als Kernkompetenz des Designs ins Zentrum. Objekte ändern sich, Module werden ausgetauscht, Systeme hinterfragt. Veränderung betrifft dabei nicht nur physische Artefakte, sondern auch Wahrnehmung, Haltung und Selbstverständnis. Filmische Arbeiten vertiefen diese Auseinandersetzung: Lukas Gall reflektiert in „Urban Changes“ urbane Transformationsprozesse, Fionn Husemann und Anton Birke zeigen in „Anton arbeitet“ Verschiebungen im Arbeitsalltag, Xenia Christoph untersucht in „Papier“ Material und Prozess, Franka Bahlke thematisiert den „Arbeitsprozess“, Konrad Kebbel widmet sich einer „Reflektion Veränderbarkeit“ und Yasmine BenMoussa nähert sich in „The Quiet Change“ leisen, kaum wahrnehmbaren Transformationen.

Effizienz der Ineffizienz

Mit dem Seminar/Projekt „Effizienz der Ineffizienz“ wird ein bewusstes Gegengewicht zur Logik von Optimierung, Beschleunigung und Verwertbarkeit gesetzt. Ausgehend von Theorien der Rationalisierung bei Max Weber, von Kritiken des Effizienzdenkens bei Hartmut Rosa und Byung-Chul Han sowie von Gegenmodellen bei Georges Bataille und Ivan Illich wird Ineffizienz nicht als Defizit, sondern als produktive Ressource verstanden. Sie kann Freiräume eröffnen, Routinen irritieren und neue Perspektiven ermöglichen.

Roman Jakowlew zeigt mit „Hug.“ ein Objekt, das um den Kopf gelegt wird, sanften Druck ausübt, visuell und akustisch abschirmt und als stilles Angebot zum Innehalten dient. Emil Navid Kirchgessner entwickelt mit „Lock & Walk“ eine Box, die das Smartphone einschließt und eine zufällige Route ausdruckt – ein Impuls zu mehr Achtsamkeit und zur bewussten Erfahrung der Umgebung. Samuel Schön versteht „[Not Just] Another Brick in the Wall“ als skulpturalen Widerstand gegen soziale Isolation und als Rückführung des Smartphones zum Werkzeug realer Begegnung. Lotte Landgraf thematisiert in „Memento Somni“ Schlaf als verdrängtes Grundbedürfnis in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Außerdem zu sehen: die „Pausenuhr“ von Jonas Giese und die achtsame Kalender-App „ANTIAGENDA“ von Anna Kurfiß.

Design als Gemeinschaft und Debatte

Weitere gezeigte Seminare wie „Im Auge des Sturms – Wellenbewegungen des öko-sozialen Wandels im Design“, „Design und Gemeinschaft“ oder „Pro und Contra – Design als Debatte“ verdeutlichen, dass Gestaltung hier als historisch eingebettete, gemeinschaftsstiftende und diskursive Praxis verstanden wird. Design schafft Begegnungen oder verhindert sie, stiftet Identität oder grenzt aus, formuliert Argumente und provoziert Widerspruch.

In diesem Zusammenhang wird auch das kürzlich noch im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst gezeigte Projekt „SPEAK UP“ zu sehen sein (Paul Berger, Devin Can, Hannah Heruday, Clara Maldener, David Martin Maurer-Laube, Zachary Mentzons, Mia Schreiber, Simon Schmidt-Meinzer, Susanne Wieland, Tom Bieling (Supervision)). SPEAK UP versteht sich als erste mobile Speakers’ Corner der Welt. Flexibel einsetzbar auf Plätzen, in Parks, auf Schulhöfen oder bei Demonstrationen, bringt sie das Prinzip freier Rede dorthin, wo Menschen sind und wo Diskurs abagehanden gekommen scheint. Demokratie braucht Raum – und mit SPEAK UP wird dieser Raum beweglich.

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Art and Design 40,000 Years Ago urn:uuid:6d8de58e-8efe-4915-8d98-6ac6cf512e72 2026-02-09T07:22:00+01:00 Design has often been considered a defining feature of modern societies. Archaeological evidence, however, shows that these capacities have much deeper roots. Long before written language or settled life, early humans developed complex technologies, produced figurative artworks, created musical instruments, and engaged in symbolic and ritual behavior.

On Monday, 9th February, Nicholas Conrad’s talk at HfG Offenbach traces the emergence and long-term development of material culture, from the earliest evidence of systematic tool production around 3.3 million years ago to the present. A central question is when humans first acquired abilities that can be described as intellectual, creative, and symbolic in a modern sense. To address this, the lecture examines the technologies and symbolic practices of late archaic humans and the first anatomically modern humans who migrated out of Africa and spread across Eurasia.

Special attention is given to the innovative tools, figurative artworks, and musical instruments dating to around 40,000 years ago that were discovered in caves of the Swabian Jura in southern Germany. Based on these finds and their archaeological contexts, the talk explores where, when, and why figurative art, music, and religious behavior emerged. The evidence suggests that by at least 40,000 years ago, humans were already as creative and artistically capable as people today.

Poster: Johanna Siebein

About the speaker

Nicholas Conard is an American archaeologist and one of the leading scholars in the study of the origins of human culture, art, and symbolic behavior. He is Professor of Early Prehistory and Quaternary Ecology at the University of Tübingen and has conducted research in Europe, Africa, and the Near East. Over several decades, he has played a central role in establishing the Swabian Jura as a key region for understanding early modern human creativity.

Conard has directed excavations at internationally significant Paleolithic sites such as Hohle Fels, Vogelherd, and Geißenklösterle. His work includes the discovery and analysis of some of the world’s oldest known figurative artworks carved from mammoth ivory, as well as the earliest known musical instruments, including bone and ivory flutes. These findings have had a lasting impact on debates about the emergence of symbolic thinking, art, music, and religion in early Homo sapiens.

His research emphasizes the close interdependence of technology, social organization, and symbolic expression, arguing that art and music were not marginal phenomena but central elements of early human societies. Several of the sites associated with his work are now part of the UNESCO World Heritage “Caves and Ice Age Art of the Swabian Jura.”

About the Monday Talks

With the “Monday Talks” series, the Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach invites inspiring figures from art, design, and related disciplines. The series aims to connect design with broader social, cultural, and historical perspectives. All interested members of the public are warmly invited.

9 February 2026, at 6:00 pm at

HfG Aula
Main Building, 1st Floor
Schlossstraße 31
Offenbach
Germany

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Risse im Asphalt – Entsiegelung als Entwurfsstrategie urn:uuid:4e7d6bc8-3bdb-43ab-a574-d23d891dcc57 2026-02-06T05:32:00+01:00 Mit Open Ground. Depaving Urban Surfaces legen Andrea Bortolotti, Chiara Geroldi und Cecilia Furlan eine ebenso präzise wie experimentelle Auseinandersetzung mit einem bislang oft technisch reduzierten Thema vor: der Entsiegelung urbaner Flächen. Das Buch verschiebt den Fokus von der reinen Problembeseitigung versiegelter Böden hin zu einer gestalterischen, ökologischen und materialbezogenen Chance. Entsiegelung wird hier nicht als nachträglicher Eingriff verstanden, sondern als integraler Bestandteil eines entwurfsorientierten Prozesses.

Ausgangspunkt des bei Mimesis International erschienen Buches ist die Beobachtung, dass urbane Versiegelung zunehmend durch spontane Degradationsprozesse oder gezielte Desealing-Interventionen aufgebrochen wird. Bortolotti und Geroldi fragen, welche Entwurfsstrategien geeignet sind, diese „mineralische Kruste“ so zu transformieren, dass ökologische Funktionen reaktiviert, neue räumliche Qualitäten geschaffen und Materialkreisläufe vor Ort geschlossen werden können. Besonders überzeugend ist dabei der Ansatz, Abbruchmaterialien – Beton, Asphalt, Zuschläge – nicht als Abfall, sondern als gestalterische Ressource zu begreifen.

Theoretisch verankert ist das Buch in einem erweiterten Verständnis von „open ground“. Angelehnt an bodenwissenschaftliche Konzepte des „open soil gradient“ interpretieren die Autor:innen Offenheit nicht nur als physische Durchlässigkeit, sondern als Fähigkeit des Bodens, Austauschprozesse zwischen Atmosphäre, Untergrund, Grundwasser und biologischen Akteuren zu ermöglichen. Diese Perspektive verbindet aktuelle Debatten der urbanen Ökologie mit Landschaftsarchitektur, Architektur und Städtebau und knüpft an Forschungen zu spontaner urbaner Natur an, wie sie etwa von Matthew Gandy beschrieben wurden.

Einen zentralen Bestandteil des Buches bildet die Dokumentation der interdisziplinären Summer School in Porto di Mare, einem ehemaligen Industrie- und Gewerbegebiet im Südosten Mailands. Eingebettet in europäische Forschungszusammenhänge (u. a. IDEA League, Horizon Europe) wird hier Entsiegelung als „research by design“ erprobt. Besonders hervorzuheben ist der kollaborative Ansatz, der Studierende und Forschende aus Landschaftsarchitektur, Architektur, Stadtplanung, Umwelttechnik, Geologie und Informatik zusammenbringt. Diese Vielstimmigkeit prägt nicht nur die Projekte, sondern auch den argumentativen Aufbau des Buches.

Strukturiert entlang der drei miteinander verflochtenen Entwurfsdimensionen „designing with materials“, „designing with soil“ und „designing with ecosystems“ zeigt Open Ground, wie eng materielle, topografische und ökologische Entscheidungen miteinander verbunden sind. Die vorgestellten studentischen Projekte – von gezielten Schnitten in Asphaltflächen über Materiallager und Schuttmounds bis hin zu multispezies-orientierten Habitaten und sensorgestützten Lernlandschaften – verdeutlichen, dass die Art und Weise des Aufbrechens versiegelter Flächen maßgeblich die zukünftigen Nutzungs- und Entwicklungsoptionen bestimmt.

Besonders stark ist das Buch dort, wo es die ästhetische Dimension der Entsiegelung ernst nimmt. Die Autor:innen argumentieren überzeugend, dass Schnitte, Brüche, Risse und Materialumlagerungen nicht bloß technische Vorgänge sind, sondern neue Formen urbaner Landschaft hervorbringen können – zwischen kontrollierter Gestaltung und bewusster Offenheit für spontane ökologische Prozesse. Referenzen zu realisierten Projekten internationaler Büros wie D.I.R.T. Studio, Wagon Landscaping, GTL Landschaftsarchitektur oder Openfabric erweitern den Blick über den akademischen Kontext hinaus und verorten die Forschung klar in der Praxis.

Der Projektteil versammelt konkrete Entwurfsansätze zu Materialien, Boden und Ökosystemen – etwa Cuts & Cracks, Circul(Art), Ground to Mound oder Eco-Dwellings – und zeigt, wie Entsiegelung und regenerative Strategien praktisch umgesetzt werden können. Abschließend ordnen Cecilia Furlan und Francesca Rizzetto die Arbeiten theoretisch im Kontext von regenerativem Design.

Kritisch ließe sich anmerken, dass die im Buch gezeigten Ansätze teilweise stark kontextgebunden sind und ihre Übertragbarkeit auf andere regulatorische oder kontaminationsbezogene Rahmenbedingungen nicht immer vollständig diskutiert wird. Gleichzeitig liegt gerade hierin eine der Stärken der Publikation: Sie plädiert für orts- und situationsspezifische Strategien statt für universelle Rezepte.

Das als Open Access erhältliche Buch kann somit als ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte um Bodenschutz, Kreislaufwirtschaft und urbane Biodiversität gewertet werden. Es richtet sich dabei nicht nur an Landschaftsarchitekt:innen und Architekt:innen, sondern auch an Planer:innen, Stadtverwaltungen und Forschende, die Entsiegelung als gestalterisches, politisches und ökologisches Handlungsfeld begreifen wollen. Es macht deutlich, dass die Frage, wie wir entsiegeln, ebenso entscheidend ist wie die Tatsache, dass wir es tun.

–> Download Open Access PDF

Andrea Bortolotti, Chiara Geroldi & Cecilia Furlan (Eds.) (2025):
Open Ground – Depaving Urban Surfaces
Milano: Mimesis International
ISBN: 978-88-6977-506-2
https://mimesisinternational.com/

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Matter Of: New New Typography urn:uuid:2b93b83e-833c-4bd9-81d3-0cce046c6ce9 2026-02-03T15:34:00+01:00 One hundred years after the proclamation of the so-called New Typography in Central Europe, the slightly ironic question of a “New” New Typography emerges—not as an update, but rather as a challenge to the idea of universal rules. This self-initiated book project seeks to unsettle established paradigms by opening typography to an expanded and more inclusive vocabulary. In a talk, Matter Of will present their publication New New Typography.

Matter Of was founded in 2019 by Adrian Riemann, Fabian Schewe, Marian Rupp (PhD candidate at HfG Offenbach), and Marcel Mendler, and is based in Stuttgart. Matter Of collaborates with art institutions such as the German Pavilion at the Venice Biennale, ZKM Karlsruhe, and Kunsthalle Baden-Baden, as well as with the furniture manufacturer Thonet, the record label Juliet Records, the film production company new–land, and publishers including Distanz, Hatje Cantz, and Spector Books.

The talk will take place at HfG Offenbach on 3 February 2026 at 6:00 pm in Room D301, West Wing, 3rd floor. The event is open to all interested attendees.

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Gestaltung unter KI-Bedingungen urn:uuid:852dfebb-d58d-4308-b335-0a33a58b76a5 2026-02-02T05:24:00+01:00 Mit dem Symposium „AI SLOP – Über KI an Kunsthochschulen“ lud das Lehrgebiet Designtheorie der HfG Offenbach zu einem offenen, interdisziplinären Austausch über den Einsatz, die Wirkung und die Implikationen KI-basierter Systeme in Kunst- und Designlehre ein. Die Veranstaltung richtete sich gleichermaßen an Lehrende wie Studierende der Fachbereiche Kunst und Design und fand in den Räumen des KI Labs statt.

Ausgangspunkt der Veranstaltung war weniger die Frage nach konkreten Tools als vielmehr nach Haltungen, Verantwortlichkeiten und Verschiebungen gestalterischer, didaktischer und institutioneller Rollen. Was bedeutet KI für Entwurfsprozesse? Wie verändert sich Autor:innenschaft? Welche Kompetenzen müssen Hochschulen künftig vermitteln – und wie lässt sich Lehre in einem zunehmend sozio-technischen Gefüge neu denken? In diesem Spannungsfeld positionierte sich die Veranstaltung bewusst jenseits von Technikoptimismus und Technikpessimismus: nicht bewertend, sondern fragend, kontextualisierend und diskursöffnend.

Den inhaltlichen Auftakt des Symposiums bildete der Beitrag von Dr. Aljoscha Burchardt (DFKI), der krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte und seinen Vortrag vorab aufgezeichnet hatte. Burchardt näherte sich dem Thema KI nicht über einzelne Anwendungen oder Werkzeuge, sondern über ethische Leitfragen, die den Umgang mit KI-Systemen in Gestaltung und Lehre rahmen. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie wir mit KI arbeiten wollen – und unter welchen normativen Voraussetzungen. Studierende und Lehrende seien nicht als passive Anwender:innen zu verstehen, sondern als aktive Akteur:innen, die Gestaltungsentscheidungen auch auf der Ebene von Systemen, Daten und Rahmenbedingungen treffen. KI erschien hier weniger als fertiges Werkzeug denn als gestaltbares Gefüge, dessen Ausrichtung, Nutzung und Bedeutung wesentlich von den Haltungen der Beteiligten abhängt.

Im Anschluss widmete sich Prof. Stefan Wölwer (HAWK Hildesheim) den strukturellen und gestalterischen Dimensionen von KI-Systemen. Sein Vortrag rückte die Frage in den Fokus, welche Infrastrukturen Hochschulen benötigen, um mit KI nicht nur zu experimentieren, sondern sie auch kritisch und souverän einsetzen zu können. Ausgangspunkt war das von ihm mitentwickelte Open-Source-Projekt HAWKI, ein alternatives KI-Ökosystem für den Hochschulbetrieb. Wölwer zeigte, dass der Zugang zu KI nicht zwangsläufig über proprietäre Plattformen und intransparente Interfaces erfolgen muss. Stattdessen eröffnen offene Systeme die Möglichkeit, KI als gestaltbaren Bestandteil von Lehre und Forschung zu begreifen. Der Vortrag machte deutlich, dass sich hier klassische Fragen des Interaction Designs mit hochschulpolitischen und ethischen Fragen verschränken. Wer kontrolliert die Systeme? Wer definiert ihre Logiken? Und welche gestalterischen Freiräume entstehen, wenn Hochschulen selbst Verantwortung für ihre digitalen Werkzeuge übernehmen? Wölwers Beitrag zeigte exemplarisch, wie Gestaltung, Technik und institutionelle Praxis zusammengeführt werden können.

Mit Natalie Wilke, Medienkünstlerin und künstlerische Mitarbeiterin im Lehrgebiet Elektronische Medien an der HfG Offenbach, wurde eine Perspektive eingebracht, die unmittelbar aus der täglichen Lehrpraxis an einer Kunsthochschule heraus argumentiert. Ihr Beitrag verband künstlerische Positionen mit Beobachtungen aus der Arbeit mit Studierenden und zeichnete so ein vielschichtiges Bild aktueller KI-Praktiken. Anhand konkreter studentischer Projekte beschrieb Wilke eine deutliche Verschiebung im Umgang mit generativen KI-Systemen: weg von einer auf Ergebnisse fixierten Nutzung hin zu einer prozess- und input-orientierten Auseinandersetzung. Besonderes Augenmerk legte sie auf das Phänomen des AI Punk – eine bewusste ästhetische und konzeptuelle Gegenbewegung zur glatten, hyperrealistischen KI-Bildproduktion. Fehler und Brüche (Glitches) wurden hier nicht als Mängel, sondern als produktive Strategien verstanden.

Den Abschluss des Vortragsprogramms bildete Prof. Dr. Jens Schröter (Universität Bonn), der eine medienwissenschaftliche und bildhistorische Perspektive auf KI-generierte Bilder einnahm. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass viele aktuelle KI-Bilder fotografisch wirken, ohne fotografisch im klassischen Sinne zu sein. Schröter ordnete diese Bildpraxis unter dem Begriff der „promptografischen Ästhetik“ ein. Statt KI-Bilder als radikal neues Phänomen zu behandeln, verortete er sie innerhalb einer längeren Geschichte computergenerierter Bilder und medialer Simulationen. Diese historische Tiefenschärfe ermöglichte es, gegenwärtige Entwicklungen differenzierter zu betrachten und sie als Verschiebung bestehender Bildlogiken zu verstehen, nicht als deren Ablösung. Im weiteren Verlauf rückte Schröter künstlerische Positionen in den Fokus, die mit textbasierten Prompts arbeiten und dabei neue Formen gestalterischer Entscheidung erproben.

Die Vorträge mündeten in eine offene Gesprächsrunde, die den dialogischen Anspruch der Veranstaltung einlöste. Studierende und Lehrende brachten eigene Erfahrungen, Fragen und Positionen ein und machten deutlich, wie unterschiedlich KI im Alltag der Hochschule bereits verankert ist. Fragen nach Autor:innenschaft, Intention und Kontrolle wurden dabei unterschiedlich verhandelt: Wer „macht“ das Bild, wenn Gestaltung primär über Sprache vermittelt wird? Und wie verändert sich ästhetische Verantwortung in solchen Prozessen? Der Fokus, so wurde abermals deutlich, verlagert sich dabei von der Frage „Was erzeugt die KI?“ hin zu „Wie gestalte ich die Bedingungen, unter denen etwas entsteht?“.

Was als abschließende Gesprächsrunde geplant war, setzte sich – unmittelbar nach der Verabschiedung, in unveränderter Konstellation – nahezu nahtlos fort. Stühle wurden gerückt, Argumente wurden erneut aufgegriffen, widersprochen, weitergeführt. Die Veranstaltung verlängerte sich auf diese Weise um weitere 45 Minuten, ohne dass dies noch einer Moderation bedurft hätte. Es zeigte sich, wie schwer die verhandelten Fragen mitunter im Modus einer schnellen Positionierung zu beantworten sind. KI wurde hier weder allein als Tool noch als abstrakte Bedrohung diskutiert, sondern als konkrete Herausforderung für institutionelle Routinen, ästhetische Urteilsbildung und didaktische Selbstverständlichkeiten. Die Offenheit des Formats – keine Podiumshierarchie, keine abschließenden Statements – erwies sich dabei als produktiv: Der Diskurs blieb in Bewegung.

Inhaltlich wurde die Diskussion durch zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum getragen, die das thematische Spektrum noch einmal deutlich erweiterten. Beiträge von Prof. Dr. Christian Janecke (Kunstgeschichte) rückten Fragen kunsthistorischer Einordnung und Bewertungsmaßstäbe in den Fokus, während Prof. Alex Oppermann (Elektronische Medien) die experimentellen Bedingungen der Kunsthochschule als institutionellen Rahmen reflektierte. Prof. Dr. Marie-Hélène Gutberlet (Film), Leon-Etienne Kühr aus dem KI Lab sowie Zachary Mentzos (HfG) thematisierten technische, praktische und ästhetische Erfahrungen aus der Arbeit mit KI-Systemen ebenso wie die Rolle von Unternehmen, damit einhergehende Machtgefüge, sowie Fragen nach Dateinhoheit, Originalität und Kopismus

Einer von vielen Diskussionspunkten entbrannte dabei um folgenden Sachverhalt: Vor dem Hintergrund, dass künstlerische Werke mitunter wesentlich durch die individuelle Handschrift ihrer Urheber:innen bestimmt werden, unterminiert die Einbeziehung von KI, die diese subjektive Dimension nicht gänzlich zu vermitteln im Stande ist, womöglich den künstlerischen Ausdruck. Die Reproduktion oder Mitwirkung durch KI erscheine dabei, so Mentzos, problematisch, da diese die spezifische, subjektive Perspektive mutmaßlich nicht adäquat abbildet und dadurch die Position des Künstlers / der Künstlerin im Diskurs potenziell schwäche.

Dass einige Gäste eigens aus Kaiserslautern und Stuttgart angereist waren, zeugte davon, wie siehr sich das Symposium weniger als abgeschlossene Veranstaltung denn als Einsatzpunkt eines fortlaufenden Diskurses begreifen lassen muss. Dass die Diskussion über das geplante Ende hinaus weiterging, war in diesem Sinne kein organisatorischer Zufall, sondern Ausdruck eines Bedarfs: nach Austausch, nach Einordnung – und nach Räumen, in denen KI nicht vorschnell vereindeutigt wird, sondern als das verhandelt werden kann, was sie derzeit ist: ein offenes, widersprüchliches (Gestaltungs-)Feld.

Tom Bieling **

Stefan Wölwer **

Natalie Wilke **

Jens Schröter **

Jens Schröter *

Fotos: * Tom Bieling, ** Susanne Wieland
Plakat: Susanne Wieland

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Places of Democracy – Eine historische und künstlerisch/gestalterische Stadterkundung urn:uuid:6204735f-58a6-40ba-b845-7afc110b2bdc 2026-01-25T04:40:00+01:00 Gemeinsam mit Bürger:innen, Gestalter:innen und Künstler:innen gilt es die demokratischen Orte Offenbachs 2025 zu entdecken, kennenzulernen und in einer kollaborativen Auseinandersetzung weiterzudenken. Die Ergebnisse werden 2026 ausgestellt.

Im Rahmen des World Design Capital 2026 planen das Klingspor Museum und das Haus der Stadtgeschichte
Offenbach Kunstwerke und Designobjekte an Orten der Demokratie in Offenbach zu verorten. Diese sollen in Tandems aus je einer Künstler:in und einer Gestalter:in entstehen.

Am 28.05.2026 sollen sie im Rahmen eines Eröffnungswalks in der Stadt präsentiert werden. Auf weiteren Stadtführungen in Verbindungen mit Workshops und Talks soll die Aufmerksamkeit für die Kunstwerke und das Konzept Demokratie erhöht – und somit: die Demokratie in Offenbach gestärkt werden.

Projektvorschläge können bis zum 16. Februar 2026 per Mail bei Monika.Jaeger@Offenbach.de und Astrid.Jaeger@Offenbach.de eingereicht werden. Wichtig ist, dass man sich vorstellen kann, mit einer Person zusammen zu arbeiten und Dinge gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Arbeiten sollten politisch und religiös neutral sein und – selbstredend – dem demokratischen Sinn entsprechen.

Für ausgewählte Arbeiten kann ein Honorar i.H.v. 950,00 € (brutto) pro Person und max. 500,00 € (brutto) Materialkosten pro Arbeit zur Verfügung gestellt werden (nach Vorlage von Quittungsbelegen).

Nach dem 16.02.2026 werden Einreichungen gesichtet, auf die Umsetzbarkeit im öffentlichen Raum in Rücksprache mit dem Ordnungsamt Offenbach geprüft und mit den ausgewählten Künstler:innen und Gestalter:innen Kontakt aufgenommen.

In den Stadtführungen werden die Orte nicht nur auf historischer Ebene vorgestellt, sondern auch unter diesen gestalterischen Aspekten untersucht. Die Stadtführung sowie die Workshopergebnisse und Objekte bleiben über das Projekt hinaus bestehen. Die Museumsmitarbeitenden verstetigen Stadtführungen und Workshops über das Jahr 2026 hinaus. Kunstwerke werden anhand von Reproduktionen oder in den Sammlungen verbleibenden Originalen präsentiert und diskutiert.

Places of Democracy ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Klingspor Museums und dem Haus der Stadtgeschichte Offenbach. Für das Sommersemester 2026 ist eine Kollaboration mit dem Lehrgebiet Designtheorie der HfG Offenbach vorgesehen.


Eine Veranstaltung im Rahmen der WDC 2026

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Ausschreibung Präsident_in urn:uuid:e113bd8e-1223-4bc8-be0a-48267f3c2c18 2026-01-23T00:00:00+01:00

Die Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) ist eine Kunsthochschule des Landes Hessen mit künstlerisch-wissenschaftlicher Ausrichtung im Universitätsrang mit Promotionsrecht. Rund 800 Studierende sind an den Fachbereichen Kunst und Design in Bachelor-, Master- und Diplomstudiengängen eingeschrieben. Sie werden von rund 170 Mitarbeiter_innen betreut.

Die HfG versteht sich als ein Ort der Freiheit, als ein Raum für die Entwicklung kritischer Fragen und innovativer Ideen, als ein Labor für die Gestaltung der Gesellschaft mithilfe von Kunst, Design und Wissenschaft. Ziel der HfG ist es, Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer auszubilden, die den Anforderungen einer im ständigen Umbruch befindlichen Landschaft von Tätigkeitsfeldern gewachsen sind und darüber hinaus selber neue Perspektiven und Interventionsmöglichkeiten erschließen. Alleinstellungsmerkmal ist, dass die Profilbildung in Lehre und Forschung in Wechselwirkung zwischen Theorie und Praxis lehrgebiets- und fachbereichsübergreifend stattfindet.

In der Stadt Offenbach wirkt die HfG als aktiver Bestandteil urbaner und regionaler Transformation mit. Die Stadt, einst Standort industrieller Produktion, ist heute geprägt von kultureller Diversität und einer starken Gründungsdynamik. Sie bietet der Hochschule ein Umfeld, in dem sich Kooperationen mit der Stadtgesellschaft, mit Institutionen und mit regionalen Entwicklungsakteuren wechselseitig befruchten.

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt ist an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main die Stelle der Präsidentin/des Präsidenten (m/w/d) in der Regel im Beamtenverhältnis auf Zeit (WL2 HBesG) zu besetzen.

Die Präsidentin/der Präsident vertritt und leitet gemeinsam mit dem Präsidium die Kunsthochschule und fördert zusammen mit allen anderen Organen ihre eigenständige Entwicklung.

Die HfG sucht eine qualifizierte, engagierte Persönlichkeit, die die Hochschule für Gestaltung Offenbach im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen der Konsolidierung, des Neubaus und ihren entsprechenden Veränderungs- und Transformationsprozessen begleiten und weiterentwickeln kann.

Sie sollten institutionelle Erfahrungen im Hochschulbetrieb und Führungskompetenz nachweisen können und ein Verständnis für die Aufgaben und Fragestellungen einer Hochschule für Gestaltung in ihren Ausrichtungen Kunst und Design, respektive ihren Wissenschaften, haben.

Sie sind eine integrative Persönlichkeit und gestalten, kommunizieren und moderieren Veränderungsprozesse partizipativ und nachhaltig. Ihr offener, transparenter und respektvoller Führungsstil fördert ein produktives Arbeitsklima.

Sie sind in der Lage, die bestmöglichen Voraussetzungen für Lehre und Forschung im übergreifenden und fächerspezifischen Sinne – unter anderem durch Einwerbung von externen Mitteln – zu schaffen, schärfen das Profil der HfG national wie international und eröffnen damit neue Optionen für Vernetzung und Zusammenarbeit.

Sie können die Hochschule gegenüber den politischen Akteuren kommunikativ, durchsetzungsfähig und verhandlungssicher vertreten.

Sie sind eine Persönlichkeit, die die Gestaltungschancen der Hochschule mit ihren Ausrichtungen Kunst und Design ebenso wie die des Neubaus im Kontext der Offenbacher Stadt- und Kulturentwicklung strategisch und inhaltlich vorantreiben kann.

Sie stehen für einen offenen und sensiblen Umgang mit Diversitäts- und Gleichstellungsthemen sowie Fragen der Nachhaltigkeit. Weitere Themenfelder sind die gesellschaftlichen Herausforderungen, wie etwa der Künstlichen Intelligenz, die Sie kritisch und spezifisch für die HfG mitdenken und gestalten.

Zur Präsidentin/zum Präsidenten kann gewählt werden, wer eine abgeschlossene Hochschulausbildung besitzt und aufgrund einer mehrjährigen verantwortlichen beruflichen Tätigkeit den Aufgaben des Amtes gewachsen ist. Die Amtszeit beträgt 6 Jahre. Eine Wiederwahl ist möglich.

Die Anhörungen finden voraussichtlich Mitte April 2026 statt.

Die HfG wertschätzt Vielfalt und begrüßt daher alle Bewerbungen – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität. Menschen mit Behinderungen im Sinne des § 2 Abs. 2 SGB IX werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.

Die Hochschule für Gestaltung ist eine familiengerechte Hochschule, die für Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie eintritt; deshalb bitten wir qualifizierte Frauen ausdrücklich, sich zu bewerben.

Für Rückfragen steht Ihnen die Kanzlerin, Dr. Susanne Eickemeier, unter eickemeier@hfg-offenbach.de oder 069/80059 104 zur Verfügung. Die Hochschule freut sich auf Ihre Bewerbung mit aussagekräftigen Unterlagen und Dokumenten über das Onlineportal (hier) bis zum 06.02.2026.

Die Erfassung und Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zwecke der Durchführung des Bewerbungsverfahrens erfolgt auf der Grundlage des § 23 des Hessischen Datenschutz- und Informationsfreiheitsgesetzes (HDSIG). Auskunft im Hinblick auf die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten gemäß Art. 13 der Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 (Datenschutz-Grundverordnung) erhalten Sie unter datenschutz@hfg-offenbach.de. Nach Abschluss des Verfahrens werden die personenbezogenen Daten datenschutzkonform gelöscht.

Weitere Infos:
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re–design democracy: Rethinking Democratic Futures Through Design urn:uuid:c91652ea-8fbc-45bc-92f8-10e072aefe4d 2026-01-19T05:15:00+01:00 Around the world, the state of democracy gives cause for deep concern. Free elections, an independent judiciary, and a free press—once considered the pillars of democratic societies—often lose their meaning when market forces turn them into commodities available to the highest bidder, as Arundhati Roy has sharply observed. Yet despite this disillusionment, withdrawal is not an option. Instead, the urgent task is to reclaim the fundamental concepts of democracy, to rethink them in relation to today’s pressing political challenges, and to pluralise them for diverse societies.

Against this backdrop, Civic City is hosting the 24-hour international conference “re_Design Democracies”, bringing together 96 voices from around the world to discuss the present and future relationship between design and democracy. The conference takes place across time zones and locations, with live studios in Frankfurt and Saint-Étienne, and is embedded in Civic City’s 8th Design Night, held on 24 and 25 January.

The programme begins on 24 January at 10 a.m. with a festival at the MAK in Frankfurt and simultaneously at design schools worldwide. This opening event presents the first contributions to the series “1000 Statements on Democracies”, featuring free, personal reflections on democracy by young authors, who will accompany and discuss their statements on site.

At 2 p.m., the 24-hour live broadcast “re_Design Democracies” begins. Over the course of a full day, each of the 96 invited speakers will be interviewed for 15 minutes by Ruedi and Vera Baur, Christopher Dell, and Danielle Rosales. Following the rhythm of global time zones, the broadcast amplifies perspectives from different cultural and political contexts, creating a continuous global conversation on the condition and future of democracy. The first hours will take place in publicly accessible studios at the MAK in Frankfurt and at the Cité du Design in Saint-Étienne. The entire broadcast can also be followed remotely.

On 25 January 2025 Tom Bieling will talk about “Exploring Open Dialogue Spaces as Tools for Democratic Community Empowerment.”, also presenting the project SPEAK UP, which responds directly to the shrinking number of spaces for public dialogue in contemporary democracies.

SPEAK UP

The starting point of SPEAK UP (Maurer-Laube/Mentzos/Bieling 2026) is political scientist Rainald Manthe’s thesis that democracy is increasingly losing places where societal dialogue can take place. In times of growing social tensions, visible and accessible spaces for exchange and disagreement are more necessary than ever. SPEAK UP is a mobile Speakers’ Corner—a symbol of free speech, public participation, and open exchange—that can be flexibly installed in a wide range of locations: public squares, parks, schoolyards, in front of city halls, or at demonstrations.

Inspired by the historical tradition of Speakers’ Corner, the project offers a low-threshold opportunity for people to take a public stand, listen to others, and engage in dialogue—regardless of background, education, or political views. By encouraging encounters between neighbours, schools, cultural initiatives, and civic organisations, SPEAK UP strengthens local connections and social cohesion through shared participation. The structure is easy to handle, quick to assemble and disassemble, yet robust enough for public use. It goes precisely where democratic dialogue is often missing—direct, approachable, and accessible.

As an open-source project, SPEAK UP makes its construction plans freely available. Anyone can build their own SPEAK UP for use in schools, community groups, cultural projects, neighbourhoods, or municipalities. In this way, the idea of lived democracy spreads tangibly through public spaces and everyday life.

With re_Design Democracies, Civic City creates a platform that does not merely analyse the crisis of democracy, but actively explores how design can contribute to renewing democratic practices—by shaping spaces, formats, and tools for dialogue, participation, and collective imagination. The format takes place in the context of WDC World Design Capital 2026, contributing to the broader international programme that explores how design can address societal challenges and strengthen democratic cultures. As part of WDC 2026, re_Design Democracies positions design as a critical practice for civic engagement, participation, and the renewal of democratic spaces.

The broadcast will be transmitted in the form of podcasts via:

1000 Declarations on Democracies
10:00 a.m. – 1:00 p.m. (Paris time)
https://youtube.com/live/5FTjs8p7LR0?feature=share

24h re_design democracies
January 24, 2:00 p.m. – 12:00 a.m. (Paris time)
https://youtube.com/live/F1j7ykOXJC0?feature=share

24h re_design democracies
January 25, 12:00 a.m. – 2:00 p.m. (Paris time)
https://youtube.com/live/DUInMR7a-y4?feature=share

Information and transcription:
https://civic-city.org/24hours

Programme

24.01.26 – 2:00–3:00 p.m.

Introduction from the studios in Saint-Étienne and Frankfurt

2:00 p.m. – Brief introduction to the ninth broadcast of “24 Hours Around the World”:
Civic City, Ruedi Baur, Vera Baur, Christopher Dell.

2:15 p.m. – Presentation of World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026:
Barbara Lersch, Program Director;
Kai Rosenstein, Director of Scenography;
Johannes Deuter, Head of Graphic Design, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt.

2:30 p.m. – Presentation of the Cité du Design, Saint-Étienne:
Éric Jourdan, Director of the Cité du Design and the School of Art and Design;
Aurélie Volz, Director of the Museum of Modern Art, Saint-Étienne.

2:45 p.m. – Introduction to the theme “Redesign Democracies”:
Civic City, Ruedi Baur, Vera Baur, Christopher Dell.

24.01.26 – 3:00–4:15 p.m.

Revisiting the historical foundations of democracy

If we affirm today that democracy originated in the Greek polis, to what extent did slavery— which was a prerequisite for its development—contribute to shaping part of our history, in ways that persist into our most extreme modernity?

3:00 p.m. – Paulin Ismard, historian specializing in ancient history. In 2021, he edited “The Worlds of Slavery: A Comparative History” (Éditions du Seuil).

Analysis of the global state of democracy

Driven by migration, demography, and the question of citizens’ political effectiveness, a renewed debate on the political influence of cities has recently emerged. What role does the territorial scale of governance play in the practice of democracy? What tensions arise when the nation-state exerts excessive power over local spaces?

3:15 p.m. – Benoît Vallauri, Director of Partnerships, Territories, and Innovation (DiPTI), National Center for Territorial Civil Service.
3:30 p.m. – Emanuel Grégoire, First Deputy Mayor of Paris.
3:45 p.m. – Jean Baudoin in discussion with the Mayor of Montreal or other mayors of major cities (to be confirmed).

24.01.26 – 4:15–4:45 p.m.

Shifts and turning points

If history does not repeat itself, it nevertheless seems essential to consider the past in order to understand and anticipate the present. During the darkest hours of the last century, what attitudes were adopted by institutional leaders, by creators, and by the avant-gardes? What shifts or turning points occurred?

4:15 p.m. – Xavier de Jarcy, journalist and author of “Le fascisme en col blanc” and “Le Corbusier: A French Fascism.”

All constitutions of modern democracies, deeply shaped by the issue of fundamental rights, rest upon elements of exclusion. They intrinsically define who holds rights and in what manner, and who is excluded as a subject of rights. What happens, then, when norms of rights and responsibilities—invoking, for example, the universality of human rights and capable of challenging topographical power—are themselves shaped by the configurations of that very power?

4:30 p.m. – Ranabir Samaddar, Indian political scientist, Chair in Migration and Forced Migration Studies at Mahanirban Calcutta; author of “The Materiality of Politics” (Anthem Press, 2007).

24.01.26 – 4:45–6:00 p.m.

Democracy, bodies, and health / Queer-feminist perspectives

4:45 p.m. – A discussion with Capucine Legelle, journalist and activist.

5:45 p.m. – Margarita Tsomou, Greek scholar based in Berlin, activist, dramaturg, moderator, and curator.

24.01.26 – 6:00–7:00 p.m.

Kuwait / Ukraine / Gaza / Venezuela / Taiwan / Greenland

On August 2, 1990, Iraqi troops entered Kuwaiti territory. On the same day, the United Nations adopted Resolution 660 condemning the invasion and demanding the withdrawal of these troops. On August 6, through Resolution 661, it decided to impose an embargo on Iraq…
The inviolability of territory is stated in Article 2 of the Charter of the United Nations, which requires States to “refrain (…) from the threat or use of force (…) against the territorial integrity.” A second principle, the non-recognition of the acquisition of territory by force, dates back to UN General Assembly Resolution 2625 (1970), which specifies that “no territorial acquisition resulting from the threat or use of force shall be recognized as legal.”
This reflects the ancient principle of Roman law ex injuria non oritur, meaning that an illegal acquisition cannot be legitimized.

6:00 p.m. – Philippe Rekacewicz, French cartographer, geographer, and information designer.
On the processes of map-making that contribute to the construction of a “national cartographic narrative.” Co-author of Radical Cartography: Explorations (Éditions La Découverte, 2021).

6:15 p.m. – Amélie Férey, researcher at the Center for Security Studies and Head of the Defense Research Laboratory (LRD). Author of Words as Weapons in a New War (Éditions Le Robert, 2024).

6:30 p.m. – Mohamed Harb, painter, Gaza;
Christine Breton, Honorary Heritage Curator. In collaboration with the Council of Europe, she has, since 1995, experimented with residents on an integrated approach to heritage in the 15th and 16th districts of Marseille. Her most recent book: But What Were They So Afraid Of? W. Benjamin, E. Bloch and S. Kracauer in Marseille on September 8, 1926 (Éditions Commune, 2023).

24.01.26 – 7:00–8:00 p.m.

Constitution / Languages / Signs / Theatre

7:00 p.m. – Barbara Cassin, philologist, Hellenist, and French philosopher, member of the Académie française. Latest book: The War of Words (Flammarion, 2025).
“Trump and Putin each invent their own Newspeak. And I am afraid that one day we will no longer be able to say: this is a lie.”

7:15 p.m. – Philippe-Joseph Salazar, Emeritus Distinguished Professor, Faculty of Law, University of Cape Town.
“In this battlefield that discourse has become, it is urgent to reclaim speech. For if words can be a lethal weapon, they are also our last bulwark against barbarism.”
Latest book: The Making of Fanaticism: Armed Speech (Éditions du Cerf, 2026).

7:45 p.m.

Gianni Sinni, Associate Professor at the University of Venice.
Design in the Time of Trump.
Latest publication: Designing Civic Consciousness. ABC for the Reconstruction of Civic Awareness (Codlibet, 2019).

24.01.26 – 8:00–9:00 p.m.
Colonial continuities under new forms or final liberations

While certain state crimes have been acknowledged, some artworks restituted, laws passed, and pardons expressed, new forms of colonialism are emerging in parallel. Territorial colonization is not the only form of domination, and democratic countries continue to practice differentiated treatment between their own citizens and those of subordinated or vassalized countries. As in the past, local inhabitants remain the last to be consulted.

8:15 p.m. – Dominique Rasanjison, multidisciplinary designer, founder of Tana Design Week, Madagascar.

8:30 p.m. – Samia Henni, historian and theorist of architecture, graduate of ETH Zurich and EPAU Algiers.
On territories built and destroyed for military purposes, extractivism, and gender issues in colonial contexts.

8:45 p.m. – Camille Lawson-Body, economist, Togo / Paris.

24.01.26 – 9:00–10:00 p.m.
Digital technologies, artificial intelligence, and democracy

What role do algorithmic literacy, critical media analysis, and the fight against manipulation and its detection play today in democratic thinking? How do social networks contribute to the erosion of politics when the private sphere overtakes the public sphere? And how do technology companies influence the deformation of democracy?

9:00 p.m. – Reto Vogt, Professor of Digital Media and Artificial Intelligence at MAZ, Lucerne.

9:15 p.m. – Jan Kubasiewicz, Professor at the Massachusetts College of Art and Design, Boston; founder of the Dynamic Media Institute.

9:30 p.m. – Jan Piechota, visual communication designer and design researcher, Polish-Japanese Academy of Information Technology, Warsaw.

9:45 p.m. – Ewa Satalecka, Professor at PJATK and Dean of the Faculty of New Media Arts, Polish-Japanese Academy of Information Technology, Warsaw.

24.01.26 – 10:00–11:00 p.m.
Sustainable development and democracy

10:00 p.m. – Adama Sow, polytechnic engineer, specialist in energy strategy and organizational management; Association of Volunteers for Sustainable Development (AVD).

24.01.26 – 11:00 p.m.–12:00 a.m.
Exile, diasporas, and democracies

As of January 1, 2024, the European Union hosted 29 million third-country nationals, representing 6.4% of its population without EU citizenship. At the same time, 14 million European citizens lived in a Member State other than their own. What rights do they have in the countries where they live and pay taxes? What rights do they retain in their countries of origin?

11:00 p.m. – Dounya Hallaq, co-founder of the Parliament of Exiles.
Creating a space for civic representation of exiled people in France through the election of trained candidates ready to carry the voices of those who are not heard.

11:15 p.m. – Wicky Bella Ola. Once a month, his association “Un Maaé pour tous” distributes 250 meals made from sub-Saharan African products to homeless people in Paris.

11:30 p.m. – Frédéric Callens, Head of “Associative Life and Civil Society,” Palais de la Porte Dorée and National Museum of the History of Immigration.

11:45 p.m. – Alexandre Bella Ola, chef, actor, participant in the Civic City project “Tables en relation.”
Latest publication: The Cuisines of Sub-Saharan Africa.

25.01.26 – 12:00–1:00 a.m. (Paris time)

8:00 p.m. Santiago de Chile time – Spanish–English translation

Chile under influence

At this pivotal moment, as the Chilean pendulum swings between transformative promise and authoritarian reaction, democracy reveals itself as an exhausted artifact. It is no longer enough to defend its empty forms; its very essence must be redesigned.

We invite you on a collective journey: how can democracy be reimagined through feminism that questions power, literature that expands the realm of possibility, and art that builds new symbols?
Let us speak not to restore what was, but to found what must be.

Discussion with:
– Diego del Pozo, Cultural Attaché of the Chilean Embassy in Paris
– Enrique Rivera, exhibition curator, researcher, audiovisual producer; Executive Director of the Fundación Tiempos Nuevos, managing the Interactive Museum Mirador (MIM)
– Irina Karamanos Adrián, anthropologist, sociologist, political scientist, feminist leader who transformed the political and cultural role of the First Lady in Chile
– Miguel Giorgie, landscape architect, Coloco, visiting Santiago de Chile

25.01.26 – 1:00–2:00 a.m.
Costa Rica – Colombia: Living infrastructure

In tropical America, life continuously resurges and self-organizes; this vitality forms a deep infrastructure that we may choose to recognize.
Listening to its needs, welcoming new living co-citizens, valuing other ways of living together.

How can urban planning, local political action, and ecological economics converge to honor this reality? In a rapidly changing world, biological, cultural, and social diversity creates the adaptability needed to face future uncertainties.

Between San José and Bogotá, cross perspectives to rethink how we make the world.

1:00 a.m. – Arnaud Nicolas Solis, social designer, ecological, social, and ethical issues.
1:15 a.m. – Huberth Méndez Hernández, Advisor to the Mayor and Deputy Director of Public Services, San José, Costa Rica.
1:30 a.m. – Edgar Mora Altamirano, political activist, public administrator, urban planner, journalist; former Minister of Public Education of Costa Rica and former Mayor of Curridabat.
1:45 a.m. – Alexander Rincón Ruíz, researcher and coordinator of the research line Integral Evaluation of Biodiversity and Ecosystem Services at the Humboldt Institute, Colombia.

25.01.26 – 2:00–3:00 a.m.
Venezuela and international law

2:00 a.m. – Gabriella Sarmiento.

25.01.26 – 3:00–4:00 a.m.
Armenian Genocide

3:00 a.m. – Philippe Macasdar, dramaturge, actor, and director for 24 seasons of the Théâtre Saint-Gervais in Geneva, reads excerpts from The Forty Days of Musa Dagh by Franz Werfel.
Published in 1933, banned by Hitler and burned in Nazi book burnings, the novel was an immediate worldwide success. Werfel drew inspiration from events in the summer of 1915 in southwestern Turkey, on Mount Musa Dagh, where 5,000 Armenians resisted deportation and Ottoman military assaults.

3:15 a.m. – Armenian current affairs
3:30 a.m. – Kurdish theatre
3:45 a.m. – Kurdish current affairs

25.01.26 – 4:00–5:00 a.m.
Sri Lanka, Nepal, Bangladesh and Generation Z
25.01.26 – 5:00–6:00 a.m.

5:00 a.m. – Mariko Sugita, independent designer and researcher in architecture and urbanism, Kyoto, Japan.

25.01.26 – 6:00–7:00 a.m.
Afghanistan, India, Pakistan

6:00 a.m. – Bénédicte Roscot, The Impossible Spring of Afghan Women Exiled in Lille.

25.01.26 – 7:00–8:00 a.m.
Middle East

7:30 a.m. – Open space

25.01.26 – 8:00–9:00 a.m.
Lebanon

8:00 a.m. – Odile Khoury, Head of the Department of Graphic Design and Advertising, Holy Spirit University of Kaslik.

8:15 a.m. – Jihane Sfeir-Khayat, historian of the contemporary Arab world, Associate Professor at Université libre de Bruxelles, founder of the Observatory of Arab Worlds.
“The Illusion of Lebanese State Sovereignty and the Ambiguity of Public Policy,” Revue du droit public, 2023.

25.01.26 – 9:00–10:00 a.m.
Design as a driver of new imaginaries

Today, in an era in which urbanization largely defines the human condition, we are navigating an equally unknown territory—not only that of nature, but of built and natural environments forming a unique, interdependent continuum in constant transformation.

Speakers:
– Hubert Klumpner, Professor at ETH Zurich, Urban Think Tank – next (Zurich, Medellín, Sarajevo)
– Michael Walczak, Postdoctoral researcher at ETH Zurich, leading the Sarajevo Urban Transformation Program
– Senka Ibrisimbegovic, University of Sarajevo, Director of ARS AEVI Museum
– Diego Ceresuela Wiesmann, Architect, Co-Director of the Urban Transformation Program Colombia (UTPC), Medellín
– Alejandro Restrepo, Director of Urban Projects, City of Medellín; Professor at Universidad Pontificia Bolivariana

25.01.26 – 10:00–10:45 a.m.
Fighting fascism and defending democracy

The resurgence of (post-)fascism is a global phenomenon resisting simple formal definition.
Decentralized and woven into transnational networks, it draws on multiple forms of racism and nationalism.
Are we witnessing the emergence of new dictatorships? What traits of historical fascism do they adopt?
What about language and propaganda—and how can they be resisted?

10:00 a.m. – Mark Bray, historian of antifascism, threatened in the United States, refugee in Spain.
10:15 a.m. – Olivier Mannoni, translator of German literature and philosophy.
Latest book: Brown Flood: How Fascism Invades Our Language (Paris, Héloïse d’Ormesson, 2024).

25.01.26 – 10:45 a.m.–12:00 p.m.
Spatial planning and democracy

How do forms of democracy articulate with power distribution, systems of inclusion and exclusion, and urban architecture?
Is the city reclaiming a scale of governance that is both local and transnational?
What role do floating regimes of financial capitalism play—using urban centers as zones and platforms beyond the control of the nation-state?
How do spatial articulations condition and transform politics?
And how can urbanism and architecture be reread historically as spatializations of the political?

10:45 a.m. – Renée Tribble, Professor at Ostwestfalen-Lippe University of Applied Sciences, Detmold.
11:00 a.m. – Tabea Michaelis, urban and landscape design, democracy and spatial planning.
11:15 a.m. – Markus Bader, Raumlabor Berlin, Plastic Democracy.
11:30 a.m. – Markus Miessen, architect, writer, Professor of Urban Regeneration, University of Luxembourg.
11:45 a.m. – Tom Bieling, Professor of Design Theory, HfG Offenbach, “Public Space as Democratic Infrastructure”.
12:00 p.m. – Robin Coenen, University of the Arts Berlin, information designer at the intersection of design, science, technology, and visual anthropology.

25.01.26 – 12:15–1:00 p.m.
Freedom of movement and the right to choose where to live

While the postcolonial world struggles with the consequences of colonization—persistent economic crises and climate change—Northern countries continue to entrench isolation.
This entails securing resources, infrastructures, borders, and land; financializing exploitative climate adaptation measures; and (de)mobilizing migrants, climate-vulnerable populations, and increasingly mobile elites.
Political economy rests on regulated and controlled circulation of people and goods between designated zones.
Migration results from disparities between populations on either side of borders.
But where is the universal freedom to move and choose one’s place of residence?

12:15 p.m. – David Yambio.
12:30 p.m. – Danielle Rosales, graphic designer and sociologist working across culture, architecture, and urbanism.

25.01.26 – 1:00–2:00 p.m.
Conclusion from the studios in Frankfurt and Saint-Étienne

1:00 p.m. – Civic City: Ruedi Baur, Vera Baur, Christopher Dell.
1:15 p.m. – Éric Jourdan, Director of the Cité du Design and the School of Art and Design.
1:30 p.m. – Felix Kosok, design researcher and graphic designer, World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, and Kai Rosenstein, Director of Scenography.
1:45 p.m. – Caroline Naphegyi, Program Director, Lille Métropole WDC 2020.

Maurer-Laube, David & Mentzos, Zachary & Bieling, Tom (2026): SPEAK UP – Exploring Open Dialogue Spaces as Tools for Democratic Community Empowerment. in: Tom Bierling, Wolfgang Jonas & Maria Cecilia Loschiavo dos Santos (Eds.): Community (&) Design – Material, Spatial, and Social Encounters. Design Meanings / Mimesis International, Milano [in Print].

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AI SLOP* – Über KI an Kunsthochschulen urn:uuid:c4d05c5e-979e-4f38-a154-0f8dc398164e 2026-01-11T05:12:00+01:00 Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags und gewinnt zunehmend auch im Bildungsbereich an Bedeutung. Im Kontext von Design und Kunst stellt sie Lehrende wie Studierende vor neue Fragen: Wie verändern KI-basierte Werkzeuge gestalterische Prozesse? Welche Kompetenzen müssen künftig vermittelt werden? Und wie lassen sich theoretische Reflexion und praktische Anwendung sinnvoll miteinander verbinden?

Auch an Kunst- und Designhochschulen ist KI nicht allein als technisches Hilfsmittel zu verstehen, sondern als kulturelle Praxis, die bestehende Konzepte von Autor:innenschaft und schöpferischer Kompetenz gleichermaßen herausfordert. Lehr- und Lernprozesse stehen damit vor der Aufgabe, sowohl anwendungsbezogene Fähigkeiten als auch ein vertieftes Verständnis für die ästhetischen, historischen und ethischen Dimensionen von KI zu vermitteln.

Mit dem Mini-Symposium AI SLOP lädt das Lehrgebiet Designtheorie in Kooperation mit KI Lab der HfG Offenbach dazu ein, dieses Spannungsfeld genauer unter die Lupe zu nehmen: Gemeinsam möchte man sich eine Übersicht über aktuelle Anwendungen von KI in Lehr- und Lernprozessen verschaffen, didaktische Ansätze diskutieren und die damit verbundenen ethischen Fragestellungen beleuchten.

Promptografische Ästhetik und Bildgeschichte

Exemplarisch vertieft wird dieser Themenkomplex im Beitrag von Jens Schröter. In seinem Vortrag widmet er sich dem Status von KI-generierten Bildern, die fotografisch anmuten, und verortet sie innerhalb der Geschichte computergenerierter Bilder. Damit öffnet er einen theoretischen Rahmen, der es erlaubt, aktuelle Bildpraktiken nicht isoliert, sondern als Teil einer längeren medienhistorischen Entwicklung zu verstehen.

Ausgehend von dieser Einordnung richtet sich der Blick auf künstlerische Positionen, die das noch junge Terrain einer „promptografischen Ästhetik“ erkunden. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich gestalterische Entscheidungen, Autor:innenschaft und ästhetische Intention verschieben, wenn der gestlaterische Prozess maßgeblich über textbasierte Prompts vermittelt wird. Schröters Beitrag liefert damit wichtige Impulse für die theoretische Auseinandersetzung mit KI-Bildern in Kunst und Design – und für deren kritische Integration in die Lehre.

Ethische Perspektiven auf KI in der Gestaltung

Ergänzt wird diese Perspektive durch einen allgemeineren, ethisch ausgerichteten Impuls von Aljoscha Buchrard. Im Mittelpunkt steht die grundlegende Frage: Wie wollen wir mit KI arbeiten? Dabei geht es weniger um konkrete Tools als um Haltungen, Werte und Verantwortlichkeiten im Umgang mit KI-Systemen. Themen wie Transparenz und Machtverhältnisse werden dabei ebenso berührt wie die Rolle von Lehrenden und Studierenden als aktiv Gestaltende dieser Technologien.

Der Nachmittag versteht sich somit als Raum für Orientierung, Austausch und kritische Reflexion. Er verbindet theoretische Grundlagen mit praktischen Fragestellungen und eröffnet Perspektiven darauf, wie KI verantwortungsvoll und produktiv in Lehr- und Lernprozesse an Kunst- und Designhochschulen eingebunden werden kann.

High-Polish vs. AI Punk

Natalie Wilke zeichnet die Entwicklung künstlerischer Praxis mit generativen KI-Systemen an einer Kunsthochschule nach. Anhand studentischer Projekte zeigt sie den Wandel von einer output- zu einer input-orientierten Herangehensweise und stellt das Phänomen des AI Punk als Gegenpol zur glatten High-Polish-Ästhetik vor. Ein Exkurs beleuchtet zudem einen voruniversitären Vermittlungsort von KI.

Open AI Ökosysteme

Stefan Wölwer, Professor für Interaction Design in Hildesheim, untersucht KI-gestützte Interaktionsräume jenseits des Visuellen – etwa über Klang, Takt und Raumwirkung. Mit seinem Team entwickelt er das Open-Source-KI-Ökosystem HAWKI, das alternative, transparente und designorientierte Arbeitsweisen mit KI erforscht.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung nicht nötig.

Mit Beiträgen von:
Dr. Aljoscha Burchardt, DFKI Berlin
Prof. Dr. Jens Schröter, Universität Bonn
Nina Wilke, HfG Offenbach
Prof. Stefan Wölwer, HAWK Hildesheim

Moderation:
Prof. Dr. Tom Bieling, HfG Offenbach

15.01.2026
Beginn: 15:00 Uhr
Diskussion: 17:45 Uhr

KI-Lab, HfG Offenbach (Raum 307)
Schlossstraße 31, 63065 Offenbach

Eine Veranstaltung des Lehrgebiets Designtheorie in Kooperation mit dem KI-Lab der HfG Offenbach. Organisation: Tom Bieling, Susanne Wieland, Leon-Etienne Kühr, Mattis Kuhn.

* AI SLOP Bezeichnet KI-generierte, massenhafte und generische Inhalte.

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In Memory of Agnes Meyer-Wilmes urn:uuid:eed2336d-d2ae-4d85-9a84-4f9f4c414076 2026-01-07T00:00:00+01:00 In the midst of the holiday break, the devastating news of the passing of our dear Agnes Meyer-Wilmes reached us and left us all deeply shaken. With great sadness, we say goodbye.

For many of us, Agnes was far more than a colleague. She was someone you were always glad to meet, someone you truly enjoyed talking to — open, attentive, warm-hearted and genuinely interested in what mattered to others.

What made Agnes so special was her attitude: her curiosity, her critical perspective, and her sincere commitment. She asked questions not to instruct, but to understand. Agnes followed the work of DESIGNABILITIES with great interest, and the conversations we shared with her about it will stay with us for a long time.

Agnes is deeply missed — as a colleague, a conversation partner and as a human being. What remains is profound gratitude for the time we shared, and for the many small, precious moments we were fortunate to experience with her.

Thank you, dear Agnes. Farewell.

🖤


Agnes Meyer-Wilmes Vortrag zu fehlenden und möglichen visuellen Konzepten auf Wortkarten und Arbeitsblättern zur semantischen Qualifikation für Jugendliche und Erwachsene, Konferenz NICHT-WORT – Gestaltung für Sprachbildung im Haus des Buches Frankfurt, 22. Juni 2017 (Bild: Georg Christoph Bertsch

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Exploring Porcelain (Residency) urn:uuid:41ed281c-6577-42a2-a956-0db0b377a3f7 2026-01-01T07:21:00+01:00 The Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, supported by the Crespo Foundation and the Aventis Foundation, is offering an international residency program at the Höchster Porzellan- Manufaktur (HPM). ‘RESIDENCY 5.0 exploring porcelain’ supports international artists and designers and offers them a free space to research, experiment and develop innovative concepts in working with porcelain and ceramics.

The program is aimed at Art College, academy or related educational institution postgraduates who have extensive experience with ceramic materials and would like to deepen their artistic or design skills with porcelain. The goal is to promote young artistic talents in the field of porcelain as well as to encourage the advancement of the tradition of porcelain design in the context of materials research. New concepts of form, material and design can be explored and developed in an experimental work with porcelain.

HÖCHSTER PORZELLAN-MANUFAKTUR: UNIQUE PLACE FOR RESEARCH AND LEARNING

The residency will take place at the Höchster Porzellan Manufaktur, Germany’s second oldest porcelain manufactory founded in 1746 and the Hochschule für Gestaltung’s new satellite location for research and teaching since 2023. The Hochschule für Gestaltung is transforming the Höchster Porzellan Manufaktur, steeped in tradition, into a place of research and learning to further develop porcelain design.

The scholarship at the Höchster Porzellan Manufaktur provides unique conditions for the linking of the traditional artisanship and artistic know-how of the HPM with the innovative interdisciplinary teaching and research concepts of the HfG. These include new digital processes such as ceramic 3D printing, robotics, new digital surface finishes and opening up to other material groups, processes and contexts.

In the residency program, artists are provided with a studio, materials and equipment. The scholarship holders can use HPM’s production facility and workshops. The production area of the Höchster Porzellanmanufaktur includes: Mold making, foundry, embossing and painting. In addition to the 2.3 m3 gas kiln, suitable for annealing and gloss firing up to 1400°C, there are 60- liter electric chamber kilns in which annealing, decorative firing and glaze firing can take place.

HPM (Link)

For 4 month the scholarship holders can deepen their work with porcelain at HPM in their artistic project - the plan is to work on site at least 4-5 days a week, daily 6-8 hours. During their stay, they will work on realization of their conception and execution, exhibition and documentation of the project. They are invited to make innovative use of the practical possibilities of the manufactory and to interact with students, teachers, each other and the public in workshops, lectures, evening events and exhibitions. The residency team welcomes and accompanies the scholarship holders through the program.
A jury of experts from teaching, research and the porcelain manufactory selects the scholarship holders. The residency program initiates twice a year, in tandem to the HfG semester periods.

RESIDENCY SPONSORSHIP

⋅ Studio workplace at Höchster Porzellan Manufaktur, Frankfurt Höchst

⋅ A room in the residency guest apartment in Offenbach

⋅ Financial support for creative work: EUR 1.000,00 per month

⋅ ‘Deutschlandticket’ (public transportation)

⋅ Work materials costs: on request up to EUR 500,00

⋅ Travel expenses: on request costs to and from location (max. 1.500,00 EUR)

⋅ Exhibition: costs coverage in coordination

⋅ Documentation of the creative positions (in photography, film, catalog, etc.): Cost coverage in coordination

⋅ Transfer program workshop and lecture: Compensation for effort in coordination

⋅ Participation in the national and international networking of the HfG

⋅ Participation in the life of the art academy and research opportunities in the context of the HfG (library, research networks, institutions)

APPLICATION and CONTACT

We are happy to answer any questions you may have and wish you every success with your application!

Contact: Nadya Bascha, Coordinator HPM, bascha@hfg-offenbach.de, T +49 (0)69.80059-351

Application link

With the kind support of the Crespo-Foundation, the Aventis-Foundation and Land Hessen (Ministry of Science and Art).

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Epistemic Consolidation, Methodological Expansion and Post-Anthropocentric Reorientation – Design Research in 2025 (A Review) urn:uuid:27117d13-edf9-467f-876a-c29ec9ece37a 2025-12-28T05:16:00+01:00 The year 2025 unfolded against a backdrop of pronounced global turbulence. Geopolitical tensions, economic volatility and accelerating ecological crises created conditions of uncertainty that reverberated across societies worldwide. In this context, design research confronted not only the immediate demands of “innovative competence”, but also the ethical and (eco-)social implications of its interventions. The field’s attention to systemic thinking and post-anthropocentric frameworks can be read as a direct response to these turbulent global conditions, positioning design research as both a critical lens and a generative practice capable of navigating uncertainty.

In 2025, design research increasingly articulated itself as a mature field of inquiry characterized less by disciplinary boundary-making than by sustained epistemic reflection. Across conferences, symposia, scholarly publications, and exhibitions, the field demonstrated a heightened awareness of its own methodological conditions, normative assumptions and socio-technical entanglements. Rather than introducing fundamentally new agendas, the year was marked by a consolidation of ongoing debates—particularly around post-anthropocentric perspectives, material epistemologies, and of course: the role of artificial intelligence in design research.

Major international conferences functioned less as venues for showcasing outcomes and more as arenas in which the (e.g. epistemic, methodological) foundations of design research were explicitly negotiated. The International Association of Societies of Design Research (IASDR) 2025 conference, held in Taiwan, exemplified this tendency. The conference foregrounded design research beyond classical human-centered frameworks, emphasizing relational, ecological, and situated approaches to design knowledge. Contributions addressed indigenous epistemologies, multispecies perspectives, and systemic forms of agency, reinforcing the view of design as a practice embedded in complex socio-ecological assemblages rather than as a problem-solving activity focused on discrete users or artifacts.

The ACM SIGCHI Conference on Designing Interactive Systems (DIS 2025) continued to expand the scope of interaction design research by critically engaging with artificial intelligence, automation, and algorithmic mediation. Research Through Design (RtD) remained a dominant methodological framework, yet it was increasingly complemented by critical, speculative, and reflective approaches. Rather than positioning AI merely as a tool, many contributions framed it as a condition that reshapes authorship, responsibility, and epistemic authority within design processes.

A particularly significant intervention into the design research discourse was provided by the NERD Conference: NERD – 7th Heaven in Berlin. As a conference explicitly dedicated to design research as an epistemic practice, NERD continued to challenge conventional academic formats and evaluative criteria. The 2025 edition explored themes of belief, speculation, and projection, examining how design research constructs and legitimizes knowledge through narratives, fictions and performative acts. By foregrounding affective and speculative dimensions of research, NERD questioned dominant notions of rigor and evidence, thereby contributing to an ongoing redefinition of what counts as valid knowledge within the field.

Already in summer, the MATERIALDESIGN Design Research Symposium in Offenbach highlighted the growing importance of material-centered research. Talks and discussions conceptualized materials as epistemic actors rather than passive resources, emphasizing how material experimentation produces situated forms of knowledge. This perspective aligns with broader sustainability-oriented research agendas, in which material practices are understood as deeply entangled with ecological and social systems.




Scholarly publishing in design research during 2025 further reflected the field’s reflexive orientation. The DESIGNABILITIES journal series continued to advance critical perspectives on design agency, structural constraints and questions of equity. These thematic issues moved beyond instrumental accounts of design practice, instead situating design research within broader political and cultural contexts.

Building on the conceptual and methodological ambitions of the preceding NERD volumes, NERD III, published in summer, consolidates the series’ ongoing commitment to experimental and reflexive design research. It assembles a diverse array of contributions that traverse conventional disciplinary boundaries, ranging from practice-led investigations to speculative and theoretical inquiries. Central to the volume is the notion of experimental epistemologies, framing design both as a method for knowledge production and as an ontological lens through which the act of designing itself becomes a form of inquiry. By foregrounding these experimental approaches, it not only documents experimental practices but also critically interrogates the criteria by which design research is evaluated within academic and professional contexts.

In the domain of design pedagogy, Designing Design Education Vol. 2 (AVedition, 2025) delivers a substantial corpus of conceptual and practical contributions addressing curriculum development, pedagogical experimentation and the integration of broad concerns into design education. By bringing together 75 concise “impulses,” the volume foregrounds experimentation at the intersection of teaching, research, and practice. It reflects ongoing debates about how design education can cultivate reflexivity, ethical awareness, and systemic thinking among emerging designers, while simultaneously responding to pressing societal challenges such as sustainability or digital transformation.

Equally significant is Updating Roland Barthes’ Mythologies: Positions from Design, Architecture, and Art (Mimesis International, 2025), edited by Hans Leo Höger. The interdisciplinary volume revisits Barthes’ foundational critique of everyday cultural signs and extends it into contemporary design contexts. Through a series of concise yet analytically rigorous essays, the book interrogates everyday artefacts, architectural practices, media systems, and digital phenomena as sites of meaning production. In doing so, it bridges cultural theory and design scholarship, providing frameworks for understanding how objects, spaces, and media convey, produce, and negotiate ideological and social meaning in contemporary society. The collection exemplifies a reflexive engagement with semiotics and design, demonstrating how “critical theory” can inform and expand design research methodologies.

A recent on is Nutzen statt Besitzen – Michael Erlhoff revisited. Revisiting earlier debates around use-value over ownership, the book situates questions of access, sharing, and sustainability within contemporary design. It interrogates the social, economic, and material dimensions of design practice, examining how alternative models of use and circulation challenge conventional assumptions about possession, resource management as well as environmental responsibility.

Around the turn of the year, OIMD’s Shaping Future Mobility. Volume 3: Transfer (Jovis) is set to appear, offering further contributions to ongoing debates in Mobility Design and the broader interdisciplinary field.

Thematic Trajectories: Beyond the Human, Beyond the Artifact

Several interrelated thematic trajectories defined design research discourse in 2025. Post-anthropocentric and more-than-human approaches gained further traction, reframing design as a practice that engages with ecological systems, non-human actors, and long-term planetary processes. These perspectives challenge anthropocentric assumptions embedded in earlier design paradigms and demand new methodological and ethical frameworks.

At the same time, artificial intelligence remains a central object of inquiry. Rather than focusing on efficiency or innovation, design research increasingly interrogates AI as a socio-technical infrastructure shaped by power relations and labor dynamics. This shift reflects a broader move from tool-oriented to critical and systemic analyses within the field.

Materiality remains a key site of epistemic engagement, not only in relation to sustainability and environmental responsibility. Material research is framed not as applied experimentation but as a mode of inquiry capable of revealing the often-invisible conditions of design, while at the same time undersocring the contribution of design research to knowledge production beyond textual or quantitative modes.

After all, 2025 witnessed an intensified commitment to plural and situated perspectives. Design research increasingly resists universalizing frameworks, instead foregrounding localized, culturally specific and epistemologically diverse approaches. This tendency reflects an ongoing reorientation of the field toward relational, and non-hierarchical models of knowledge production.

Design Research as Reflexive Practice

Exhibitions continued to function as important interfaces between design research and public discourse. Pirouette: Turning Points in Design at the Museum of Modern Art in New York offered a historiographic perspective on moments of rupture and transformation within design practice, providing a reflective backdrop for contemporary research debates. Similarly, the Design Museum London’s exhibition More Than Human translated academic discussions on post-anthropocentric design into a public-facing format. The exhibition foregrounded interactions between human and non-human actors—ecological, technological, and material—thereby rendering visible alternative frameworks for understanding agency, ethics and responsibility in design. Beyond the substantive content directly emerging from current research topics, these (and other) exhibitions underscore the role of curatorial practice as a legitimate mode of design research dissemination. Curators engage with theoretical, methodological, and epistemic debates, transforming the exhibition space into a performative site where complex theoretical positions—otherwise confined to academic publications or conferences—can be materially and publicly articulated.

As the last year has shown, the field demonstrates increasing confidence in addressing complex socio-technical and ecological challenges without reducing them to solvable problems. Instead, design research continues to position itself as a reflexive practice—one that generates knowledge through situated experimentation, theoretical engagement, but also critical self-examination.

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Was sind Safe Spaces in der Stadtgesellschaft von morgen? (Call for Ideas) urn:uuid:73405a07-c4fa-4ab1-95ad-e88ebd8c4b57 2025-12-26T04:21:00+01:00 Wie können Städte Lebensräume schaffen, in denen junge Menschen Sicherheit, Selbstbestimmung und Teilhabe erfahren – analog wie digital? Die Innovationscommunity TraFoDes ruft bundesweit Akteur:innen aus Forschung und Praxis auf, Ideen für Projekte zur Untersuchung des Themas »Safe Spaces in der Stadtgesellschaft von morgen und deren Gestaltung in analog-digitalen Stadtlandschaften« einzureichen. Mit »Safe Spaces« sind geschützte Umgebungen gemeint. Der Begriff umfasst private, halböffentliche und öffentliche Orte.

Ausgangspunkt ist, dass junge Menschen ihre Aufenthaltsorte in Stadtzentren nach eigenen Bedürfnissen wählen und diese angesichts zunehmender Verknappung stärker beanspruchen müssen. Jugendliche entscheiden sich häufig für Orte, die Kriterien wie freien WLAN-Zugang und die Möglichkeit bieten, selbst über Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit in diesen Räumen zu bestimmen. »Gesehen werden« bedeutet damit sowohl gehört werden im Sinne eines Wunsches nach mehr Teilhabe als auch sich sicher entziehen zu können.

Ziel des Calls ist es, diese Spannungsfelder zwischen Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und Rückzug besser zu verstehen und in übertragbare Gestaltungs- und Organisationsansätze für innerstädtische Räume zu übersetzen.

Der Call for Ideas wird im Rahmen des Forschungsprojekts TraFoDes – Transformation by Design ausgeschrieben, einer von bundesweit 20 geförderten Innovationscommunities im Programm DATIpilot, getragen von der Hochschule für Gestaltung Offenbach, der Stadt Offenbach, der Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main sowie dem Verein VAIR e.V.

Weitere Informationen zur Innovationscommunity TraFoDes hier.

Die Innovationscommunity TraFoDes wird gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt als eine von bundesweit 20 Innovationscommunities im Programm »DATIpilot«.

Wer kann mitmachen?
Gesucht werden interdisziplinäre Teams aus Wissenschaft und Praxis, die:

_ mit jungen Menschen partizipativ neue Formen von sicheren Aufenthalts- und Begegnungsorten in Stadtzentren mit starker urbaner Diversität untersuchen,

_ soziale, räumliche und digitale Gestaltung verzahnt denken,
_ und anwendungsbezogene Ergebnisse erarbeiten, die einen Transfer auf Orte mit ähnlichen Gegebenheiten wie Offenbach am Main zulassen
_ nicht in Offenbach ansässig sind

Förderrahmen
_ Budget: bis zu 250.000 €
_ Fördergebiet: bundesweit
_ Zielgruppe: Akteure und Verbünde aus Praxis, Zivilgesellschaft und Wissenschaft

Termine
_ Einreichungsfrist Projektskizzen: 23.02.2026
_ Projektbeginn: frühestmöglich ab 01.08.2026, je nach Format

Beratung & Kontakt:
Gerne beraten wir Sie zu Ihrer Projektidee, Förderformaten und zum Förderverfahren. Melden Sie sich bei uns per E-Mail, wir rufen Sie dann zurück:
Heike Andersen & Deniz Tavli
trafodes@hfg-offenbach.de

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Empathic Architecture urn:uuid:7a401f45-d865-4231-a6f8-0315bd48b82c 2025-12-22T04:15:00+01:00 Architectural theory has increasingly questioned the adequacy of purely formal, object-centered models of design. Parallel to developments in philosophy, aesthetics, and the cognitive sciences, attention has shifted toward affect, embodiment, and the ways in which spaces are lived, sensed, and emotionally experienced. Within this broader intellectual landscape, empathy has emerged as a key concept for rethinking how humans relate not only to one another, but also to their environments.

This interest in empathy is closely tied to the so-called “emotional turn,” which has foregrounded emotions as constitutive elements of perception and understanding. Rather than treating emotions as secondary or subjective additions to rational thought, contemporary discourse has emphasized their role in shaping experience, orientation, and behavior. For architecture, this shift opens up questions that move beyond form and representation toward atmosphere, relationality, and the embodied encounter with space.

Against this backdrop, architecture can be reconsidered as an incorporated medium of emotional experience—something that is not merely observed, but physically and affectively inhabited. Empathy, understood as a multi-component phenomenon involving both affective resonance and cognitive perspective-taking, provides a conceptual lens through which the relationship between users and built space can be rearticulated. From this perspective, architecture becomes a site where openness to otherness is negotiated, and where spatial configurations may enable or constrain emotional and social interactions.

It is within this theoretical context that Paola Gregory’s book The Quest for Empathic Architecture. Prospects, Concepts and Critical Aspects situates itself. Authored by Paola Gregory, Professor of Architectural Composition at the Polytechnic of Turin, the book emerges from a research trajectory shaped by transdisciplinary inquiry and critical reflection on architectural theory and design. Rather than offering a closed doctrine, it appears to position empathic architecture as an open field of investigation—one that invites further discussion on the emotional, ethical, and relational dimensions of the built environment.


Paola Gregory (2025): The Quest for Empathic Architecture. Prospects Concepts and Critical Aspects. Milano: Mimesis International. ISBN: 9-78886977501-7
224 Pages, $ 25.99 / £ 29.99 / € 23,00

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Wenn Schrift Politik wird urn:uuid:961f5fe6-6a22-47ca-8a55-6a5be2d209b7 2025-12-11T05:53:00+01:00 In großen Organisationen spiegeln selbst kleine typografische Entscheidungen oft ein ganzes Selbstverständnis wider. Schriften sind Identitätsträger – sie vermitteln Haltung, Geschichte, Stil. Dass das US-Außenministerium nun von Calibri zurück zu Times New Roman wechselt, ist deshalb weit mehr als eine technische Formalie. Es ist ein Statement, das viel über die institutionelle Kultur spricht, die die neue politische Führung etablieren will.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2023, als das Ministerium erstmals Calibri zur Hausschrift erklärte. Mit der serifenlosen, klaren Microsoft-Standardschrift verband man das Ziel, offizielle Dokumente barrierefreier, zukunftsgewandter und digitalfreundlicher zu gestalten. Der Schritt war eingebettet in ein breiteres DEIA-Programm (Diversity, Equity, Inclusion, Accessibility). Vor allem Menschen mit Sehbeeinträchtigungen oder Nutzerinnen und Nutzern von Screenreadern sollte die Kommunikation leichter zugänglich gemacht werden. Typografisch passte Calibri perfekt zu dieser Zielsetzung: hohe Bildschirmlesbarkeit, ruhige Zeichenformen, geringe visuelle Komplexität.

Zwei Jahre später erfolgt der Bruch. Außenminister Marco Rubio, seit Kurzem im Amt, erklärte Times New Roman wieder zur offiziellen Hausschrift – mit der Begründung, Calibri wirke zu informell, zu wenig feierlich, und habe dem Außenministerium „Professionalität genommen statt verliehen“. Die Rückkehr zur Serifenschrift wird im Ministerium als Wiederanbindung an traditionelle diplomatische Typografie verstanden: klassische Proportionen, klare Hierarchien, ein vertrautes Bild von Amtskommunikation.

Doch aus Sicht vieler Beobachter – insbesondere aus dem Design- und Accessibility-Bereich – ist der Schritt ambivalent. Serifenschriften haben auf gedruckten Dokumenten weiterhin ihre Qualitäten, doch für digitale Kommunikation schneiden sie in puncto Barrierefreiheit oft schlechter ab (Wer wüsste das besser als die Macher:innen von designforschung.org!). Der Wechsel zu Times New Roman erscheint damit nicht nur als gestalterisches Statement, sondern als bewusste Abkehr von einer Phase, in der Lesbarkeit und Zugänglichkeit als zentrale Leitlinien im Fokus standen. Kritische Stimmen interpretieren ihn als symbolischen Rückzug aus inklusiven Maßnahmen, Befürwortende sehen darin eine notwendige Rückbesinnung auf klassische autoritative Ästhetik.

Wenig überraschend ist, wie stark die Designcommunity auf diese Entscheidung reagiert. Man diskutiert nicht nur über die ästhetischen Unterschiede zwischen den beiden Schriften, sondern über die dahinterstehenden Werte: Fortschritt versus Tradition, digitale Lesbarkeit versus institutionelle Gravität, niederschwellige Zugänglichkeit versus formale Strenge. Schriften werden hier zu Stellvertreterpositionen größerer gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.

Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie eng Typografie und politische Kultur verwoben sein können. Sie prägt, wie eine Institution gesehen werden möchte – und für wen sie sichtbar sein will. Ob die Rückkehr zu Times New Roman tatsächlich zu „mehr Professionalität“ führt oder eher ein nostalgisches Wiedererstarken formaler Symbolik markiert, wird sich erst zeigen. Unstrittig ist jedoch: Selten wurde auf so breiter Ebene über die politische Bedeutung einer Schriftart diskutiert wie jetzt. Und selten hat man so deutlich gesehen, dass Gestaltung immer auch eine Frage der Haltung ist. Und selten wurde so sichtbar, wie sehr Gestaltung von den Spannungen einer politischen Gegenwart geprägt ist.

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In Memory of Hans “Nick” Roericht urn:uuid:f550cfc1-451a-446c-877c-4d7189dd4c06 2025-12-09T22:44:00+01:00 In the aftermath of WWII, a new generation of designers in Germany sought not just to rebuild objects — but to rebuild how we live. In those years of quiet determination, clarity and function became more than ideals; they became a necessity. It was in this moment of re-imagining that the seeds for a new design ethos were planted: sober, rational, human-centred. It was here that a new understanding of form, responsibility, and modernity was forged.

Into this world stepped Hans “Nick” Roericht. As a student at Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm) between 1955 and 1959, he absorbed the spirit of renewal around him — not as a dogma, but as a challenge to rethink everyday life. In 1959, his diploma project, the now-iconic stacking tableware set TC 100, distilled that spirit into objects of quiet logic and enduring utility. Simple, modular, and dignified — the TC 100 would go on to be recognized as a design classic, entering the collection of the Museum of Modern Art (MoMA) in New York.

Roericht’s career after Ulm was shaped by the same dedication to clarity and purpose. Collaborating with notable contemporaries like Otl Aicher, he contributed to seminal projects — among them the design work for the 1972 Summer Olympics in Munich.

From 1973 until his retirement in 2002, he served as professor of industrial design at Hochschule der Künste Berlin, shaping how design is taught — merging theory and practice, aesthetics and social responsibility, craftsmanship and human context.

What Hans “Nick” Roericht leaves behind is more than objects and teaching — it is a worldview. A belief that design is not decoration, but a “holistic problem-solving instrument,” sensitive to human needs, ecological realities, and everyday life. On 8 December 2025, at the age of 93, we lost this gentle pioneer of modern design. May his legacy remain alive — every time we set a table, sit in a well-designed chair, or thoughtfully design a space for living.

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Alltagsmythen am Runden Tisch urn:uuid:0fafe390-855c-4032-abc1-2d81b60d9371 2025-12-08T04:12:00+01:00 Der Frage, wie sich Alltagsmythen heute lesen lassen, widmete sich Hans Leo Höger jüngst in einem an der unibz geführten Interview. Als Herausgeber des Sammelbands Updating Roland Barthes’ Mythologies legt er dar, wie gegenwärtig Roland Barthes’ Blick auf Alltagsmythen geblieben ist – 45 Jahre nach seinem Tod. Höger betont dabei, dass Barthes ein neugieriger „Leser der Welt“ gewesen sei, der ohne akademische Schwere die verborgenen Bedeutungen alltäglicher Dinge freilegte. Dieses Prinzip überträgt der neue Band der Design Meanings Reihe in die Gegenwart: Mehr als 30 Autorinnen und Autoren aus Design, Architektur, Kunst und Kommunikationspraxis analysieren heutige Mythen – von Trinkflaschen und Schweizer Taschenmessern über Instagram und ChatGPT bis hin zu Nachhaltigkeit und Demokratie.

Im Gespräch erklärt Höger, dass sich zwar viele Mythen durch Digitalisierung, Streamingkultur oder algorithmische Strukturen verändert haben, die Freude am genauen Hinsehen jedoch geblieben ist. Alltagsgegenstände seien Träger von Wissen und Qualität – nicht nur in Bezug auf Material und Funktion, sondern auch hinsichtlich ihrer kulturellen Bedeutung. Die Beiträge des Bandes zeigten deshalb unterschiedliche Perspektiven darauf, wie Gestaltung Wissen vermittelt und gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar macht.

Kritisch äußert sich Höger zur heutigen digitalen Kommunikation, die Aufmerksamkeit und Tiefe der Wahrnehmung unter Druck setze. Die Essays im Sammelband verstehen sich als Einladung zur Verlangsamung: Sie eröffnen neue Blickwinkel, etwa durch die Beschreibung der Alltagsräume eines Menschen im Rollstuhl, und fördern eine bewusstere Auseinandersetzung mit scheinbar Selbstverständlichem. Interdisziplinarität sei dabei unverzichtbar, da Gestaltung immer an Schnittstellen von Design, Architektur, Kommunikation, Soziologie und Psychologie operiere.

Trotz digitaler Beschleunigung bleibt für Höger die Faszination an den kleinen Dingen und analogen Erfahrungen ungebrochen: In ihnen zeige sich eine unmittelbare Beziehung zur Welt, die weder gefiltert noch vermittelt sei. Diese aufmerksame, persönliche Form der Beobachtung – schon bei Barthes zentral – sei heute wichtiger denn je, um Alltagsphänomene nicht nur zu analysieren, sondern auch emotional und kulturell zu begreifen.

Am 9. Dezember (18 Uhr) wird das Buch in der Universitätsbibliothek am unibz Campus Bozen Zentrum vorgestellt. Im Anschluss findet ein Runder Tisch statt. Mit dabei: Gesine Gold (Dipl.-Kommunikationsdesignerin mit Schwerpunkt strategischer Luxusmarken-Entwicklung und -Betreuung, Hamburg), Ursula Schnitzer (Kunsthistorikerin, Ausstellungskuratorin, Autorin, Weberin, Meran), Renato Troncon (Professor für Ästhetik an der Universität Trient, Begründer und Mitherausgeber der wissenschaftlichen Buchreihe “Design Meanings”), Kuno Prey (Produktdesigner, Ausstellungskurator, Buchautor, Gründungsdekan der Fakultät für Design und Künste an der Freien Universität Bozen) sowie Hans Leo Höger (Herausgeber des Buches).

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Soziale Diskriminierung im musealen Raum urn:uuid:aaedc12a-4842-4fde-95e1-158c5e8c11b4 2025-12-03T07:22:00+01:00 Die durch Krisen geprägte Gegenwart und die stetig zunehmenden Unterschiede in den Lebensbedingungen von ökonomisch und sozial unterprivilegierten und wohlhabenden Menschen in den westeuropäischen Gesellschaften haben zur Folge, dass die Frage der Klassenzugehörigkeit auch hier wieder verstärkt zum Thema geworden ist – und damit der Klassismus. Gut sichtbar ist das in Literatur und Theater mit zahlreichen autobiografischen Texten über soziale Aufstiegs- und Diskriminierungserfahrungen.

Klassismus beschreibt die Vorurteile und den Ausschluss von Menschen aufgrund ihrer vermuteten ökonomischen Situation und/oder sozialen Herkunft. Wie beim Rassismus oder Sexismus, betrifft die Benachteiligung aufgrund von Klassismus alle Bereiche des alltäglichen und gesellschaftlichen Lebens. Das Feld der Kunst und Kultur ist dabei erwartungsgemäß nicht ausgenommen, gleich ob man auf die Seite des Publikums oder jene blickt, die in der Kulturproduktion tätig sind: Kulturelle Teilhabe wird von finanziellen wie sozialen Ressourcen bestimmt. Eine Arbeit in der Kulturbranche muss man sich finanziell leisten können.

Die zweitägit Veranstaltung Klassismus – Soziale Diskriminierung im musealen Raum fragt nach den Möglichkeiten, sich dieser klassistischen Prägung des Systems bewusster zu werden. Durch die Verknüpfung mit der aktuellen Sonderausstellung „Milieudinge – von Klasse und Geschmack“ im Werkbundarchiv – Museum der Dinge besteht die Möglichkeit, sich konkret mit dem Thema und seiner Darstellbarkeit im musealen Raum, im Bereich der Kunst und Literatur auseinanderzusetzen.

Noch bis zum 2. März 2026 regt die Ausstellung dazu an, über soziale Ungleichheit und Distinktionsmechanismen nachzudenken – und auch das eigene Klassifizieren zum Thema zu machen. Einkommensschere, Aufstiegsleiter, Fahrstuhleffekt – unser Sprechen über Gesellschaft ist durchzogen von Ding-Metaphern. Aber unsere Dinge stecken auch voller Gesellschaft. Sie geben Auskunft über Machtverhältnisse und soziale Zugehörigkeiten, sie erfahren einen Bedeutungswandel oder entziehen sich einer klaren Zuordnung. Und sie erzählen von der Einteilung der Gesellschaft in Gruppen.

Diese Milieudinge nimmt die Ausstellung in den Blick. Den theoretischen Rahmen für die dingliche Auseinandersetzung bilden verschiedene Modelle der Sozialstrukturanalyse. Gesellschaftliche Differenzierungsprozesse werden in Form von Ständepyramide, Dahrendorfhäuschen oder Kartoffelmodell sichtbar und mit Milieudingen in Beziehung gesetzt: Klassen, Schichten und Lebensstile treffen auf Hanteln, Socken und Trüffelöl.

Auf dem zweitägigen Symposium gilt es unterschiedliche Perspektiven auf das Thema kennen zu lernen und mit Forscher:innen, Kulturproduzent:innen und -vermittler:innen ins Gespräch zu kommen, die sich tagtäglich bemühen, Barrieren abzubauen und kulturelle Zugänge für alle zu schaffen.

Klassismus – Soziale Diskriminierung im musealen Raum
04.12. - 05.12.2025, Museumsakademie Joanneum, Berlin
Treffpunkt: Werkbundarchiv - Museum der Dinge, Berlin (DE)

Mit
Natalie Bayer Museumsleitung FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Berlin (DE)
Alexander Renz freier Kurator und Projektleiter, Berlin (DE)
Francis Seeck Kulturanthropolog:in, Professur für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Demokratie- und Menschenrechtsbildung an der TH Nürnberg (DE)
Nora Sternfeld Kunstvermittlerin, Kuratorin und Professorin, HfBK Hamburg und /ecm Universität für angewandte Kunst Wien (DE+AT)
Oliver Tewes-Schünzel Soziologe, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturelle Teilhabeforschung, Berlin (DE)
Imke Volkers Wissenschaftliche Co-Leitung Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin (DE)
Sabine Wohlfarth Leitung des Arbeitsbereichs Bildung & Vermittlung am GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig (DE)

Programm

Donnerstag, 04. Dezember
Ort: Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Leipziger Str. 54, 10117 Berlin, U-Bhf. Spittelmarkt

09.00–09.30
Eintreffen und Check-in

09.30–10.00
Begrüßung, Vorstellungsrunde und inhaltliche Einführung
Renate Flagmeier, Bettina Habsburg-Lothringen

10.00–12.00
Führung und Diskussion
Die Ausstellung „Milieudinge – von Klasse und Geschmack“
Alexander Renz, Imke Volkers

12.00–13.30
Vortrag
„Klassismus als ausgeblendete Diskriminierungsform im Museum“
Francis Seeck

13.30–15.00
Mittagspause

15.00–16.15
Vortrag
„Geschichten über Klassenaufstiege – Förderung eines neuen Klassenbewusstseins?“
Renate Flagmeier

16.15–17.30
Vortrag
„Rassismus und Klassenverhältnisse – Politiken und Praktiken in der Sammlungs- und Ausstellungsarbeit“
Natalie Bayer

17.30
Umbau und Pause

18.00–19.30
Öffentlicher Vortrag
„Wer sind alle? Oder: Was Museen lernen können“
Nora Sternfeld

Freitag, 05. Dezember

09.30–11.00
Vortrag
„Milieus statt Klassen? Kulturstatistik im Zeichen antiklassistischer Zielgruppenarbeit“
Oliver Tewes-Schünzel

11.00–11.15
Kaffeepause

11.15–12.15
Vortrag
„Museen und Menschen!? – Herausforderungen klassistischer Diskriminierung innerhalb von Kulturinstitutionen“
Sabine Wohlfahrt

12.15–13.00
Mittagspause im Museum

13.00–14.00
Workshop
„Von Ding-Klassen zu Klassendingen?“
Renate Flagmeier, Alexander Renz

14.00–14.30
Resümee und Ausblick

14.30
Möglichkeit zur Besichtigung der Dauerausstellung im Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Veranstaltungsleitung
Renate Flagmeier freie Museologin und ehem. Chefkuratorin Museum der Dinge, Berlin (DE)
Bettina Habsburg-Lothringen Leitungsteam Museumsakademie, Graz (AT)

Teilnahmegebühr
200 €, ermäßigt 150 € (Die Ermäßigung gilt für Studierende, Volontärinnen, Arbeitssuchende und Mitarbeiterinnen von Kooperationspartner*innen des laufenden Jahres.)

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Präsident:in gesucht – Ausschreibung der HfG Offenbach urn:uuid:f03c8436-6771-42d8-94de-a98f63134db8 2025-12-02T23:06:00+01:00 Die Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) ist eine Kunsthochschule des Landes Hessen mit künstlerisch-wissenschaftlicher Ausrichtung im Universitätsrang mit Promotionsrecht. Rund 800 Studierende sind an den Fachbereichen Kunst und Design in Bachelor-, Master- und Diplomstudiengängen eingeschrieben. Sie werden von rund 170 Mitarbeiter_innen betreut.

Die HfG versteht sich als ein Ort der Freiheit, als ein Raum für die Entwicklung kritischer Fragen und innovativer Ideen, als ein Labor für die Gestaltung der Gesellschaft mithilfe von Kunst, Design und Wissenschaft. Ziel der HfG ist es, Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer auszubilden, die den Anforderungen einer im ständigen Umbruch befindlichen Landschaft von Tätigkeitsfeldern gewachsen sind und darüber hinaus selber neue Perspektiven und Interventionsmöglichkeiten erschließen. Alleinstellungsmerkmal ist, dass die Profilbildung in Lehre und Forschung in Wechselwirkung zwischen Theorie und Praxis lehrgebiets- und fachbereichsübergreifend stattfindet.

In der Stadt Offenbach wirkt die HfG als aktiver Bestandteil urbaner und regionaler Transformation mit. Die Stadt, einst Standort industrieller Produktion, ist heute geprägt von kultureller Diversität und einer starken Gründungsdynamik. Sie bietet der Hochschule ein Umfeld, in dem sich Kooperationen mit der Stadtgesellschaft, mit Institutionen und mit regionalen Entwicklungsakteuren wechselseitig befruchten.

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt ist an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main die Stelle der Präsidentin/des Präsidenten (m/w/d) in der Regel im Beamtenverhältnis auf Zeit (WL2 HBesG) zu besetzen.

Die Präsidentin/der Präsident vertritt und leitet gemeinsam mit dem Präsidium die Kunsthochschule und fördert zusammen mit allen anderen Organen ihre eigenständige Entwicklung. Die Hochschule suchet nun eine qualifizierte, engagierte Persönlichkeit, die die Hochschule für Gestaltung Offenbach im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen der Konsolidierung, des Neubaus und ihren entsprechenden Veränderungs- und Transformationsprozessen begleiten und weiterentwickeln kann.

Bewerber:innen sollten institutionelle Erfahrungen im Hochschulbetrieb und Führungskompetenz nachweisen können und ein Verständnis für die Aufgaben und Fragestellungen einer Hochschule für Gestaltung in ihren Ausrichtungen Kunst und Design, respektive ihren Wissenschaften, haben. Sie sind eine integrative Persönlichkeit und gestalten, kommunizieren und moderieren Veränderungsprozesse partizipativ und nachhaltig. Ihr offener, transparenter und respektvoller Führungsstil fördert ein produktives Arbeitsklima.

Sie sind in der Lage, die bestmöglichen Voraussetzungen für Lehre und Forschung im übergreifenden und fächerspezifischen Sinne – unter anderem durch Einwerbung von externen Mitteln – zu schaffen, schärfen das Profil der HfG national wie international und eröffnen damit neue Optionen für Vernetzung und Zusammenarbeit.

Sie können die Hochschule gegenüber den politischen Akteuren kommunikativ, durchsetzungsfähig und verhandlungssicher vertreten. Sie sind eine Persönlichkeit, die die Gestaltungschancen der Hochschule mit ihren Ausrichtungen Kunst und Design ebenso wie die des Neubaus im Kontext der Offenbacher Stadt- und Kulturentwicklung strategisch und inhaltlich vorantreiben kann.

Sie stehen für einen offenen und sensiblen Umgang mit Diversitäts- und Gleichstellungsthemen sowie Fragen der Nachhaltigkeit. Weitere Themenfelder sind die gesellschaftlichen Herausforderungen, wie etwa der Künstlichen Intelligenz, die Sie kritisch und spezifisch für die HfG mitdenken und gestalten.

Zur Präsidentin/zum Präsidenten kann gewählt werden, wer eine abgeschlossene Hochschulausbildung besitzt und aufgrund einer mehrjährigen verantwortlichen beruflichen Tätigkeit den Aufgaben des Amtes gewachsen ist. Die Amtszeit beträgt 6 Jahre. Eine Wiederwahl ist möglich. Die Anhörungen finden voraussichtlich Mitte April 2026 statt.

Die HfG wertschätzt Vielfalt und begrüßt daher alle Bewerbungen – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität. Menschen mit Behinderungen im Sinne des § 2 Abs. 2 SGB IX werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.

Die Hochschule für Gestaltung ist eine familiengerechte Hochschule, die für Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie eintritt; deshalb bittet die HfG qualifizierte Frauen ausdrücklich, sich zu bewerben.

Für Rückfragen steht Ihnen die Kanzlerin, Dr. Susanne Eickemeier, unter eickemeier@hfg-offenbach.de oder 069/80059 104 zur Verfügung. Die HfG freut sich auf Ihre Bewerbung mit aussagekräftigen Unterlagen und Dokumenten über unser Onlineportal (hier) bis zum 15.01.2026.

Die Erfassung und Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zwecke der Durchführung des Bewerbungsverfahrens erfolgt auf der Grundlage des § 23 des Hessischen Datenschutz- und Informationsfreiheitsgesetzes (HDSIG). Auskunft im Hinblick auf die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten gemäß Art. 13 der Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 (Datenschutz-Grundverordnung) erhalten Sie unter datenschutz@hfg-offenbach.de. Nach Abschluss des Verfahrens werden die personenbezogenen Daten datenschutzkonform gelöscht.

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Von der Subjektivierung des Designs urn:uuid:a0c9aaf1-a1aa-425c-b728-70a926e292cc 2025-12-01T04:06:00+01:00 Im Übergang von der industriellen zur digitalen Gesellschaft erleben wir eine grundlegende Verschiebung: Während im Design der Fokus lange auf Objekten, aber auch dem Versuch einer weitgehenden Objektivität lag, scheinen wir heute (wieder) (1) in einer Zeit angekommen, die durch die Aufwertung des Subjekts gekennzeichnet ist. Der im Titel dieser Ausgabe hinterlegte, englische Begriff Subjects kann hier durchaus in seiner Mehrdeutigkeit aufgefasst werden – sowohl als Themen als auch als Subjekte. Diese Bedeutungsverschiebung steht im Zentrum eines Wandels, der das Verständnis von Design grundlegend beeinflussen dürfte.

In der Ära des industriellen Designs dominierte das Objekt – funktional, standardisiert und massenproduziert. Design zielte darauf ab, das Objekt von den Fesseln des Persönlichen zu befreien und eine gewisse Objektivität zu gewährleisten. Die Moderne strebte nach universalem Nutzen und einer homogenen User Experience, die den Einzelnen nicht als Indiduum, sondern als repräsentativen Teil einer Gruppe Nutzender innerhalb einer gestalteten Welt sah. Heute jedoch hat sich das Blatt gewendet. Im digitalen Zeitalter, das durch Personalisierung, Interaktivität und Vernetzung definiert ist, rückt das Subjekt in den Vordergrund. Dieses ist nicht mehr nur Rezipient von Designobjekten, sondern selbst eine aktive, teilnehmende Instanz im Designprozess. Der Mensch als Subjekt tritt in den Mittelpunkt.

Damit einhergehend leben wir in einer Zeit der HyperPersonalisierung. Algorithmen entwerfen unsere individuellen Erfahrungen, maßgeschneidert auf unsere Vorlieben, Gewohnheiten und sogar unser emotionales Erleben. Was zählt, ist nicht mehr die universelle Wahrheit, das allgemeingültige (Design-) Objekt, sondern das subjektive Empfinden – das Ich. Fürs Design selbst ergeben sich daraus neue Herausforderungen: Wie gestaltet man für eine fragmentierte Welt, in der das Individuum im Zentrum steht? Wie kann Design den Ansprüchen gerecht werden, die von individuellen, gefühlsmäßigen und identitären Bedürfnissen ausgehen?

In dieser Verschiebung tritt das Design von Objekten in den Hintergrund. Design ist nicht länger nur der Versuch, Objekte in ihrer Form und Funktion zu perfektionieren. Vielmehr geht es heute darum, die Beziehung zwischen Subjekten und ihren Umgebungen zu gestalten – sei es im physischen oder im digitalen Raum. Jedes Subjekt wird zum eigenen Design-Objekt, das seine Umgebung und die Gegenstände, mit denen es interagiert, auf personalisierte Weise interpretiert und gestaltet.

Marshall McLuhans berühmtes Diktum, „das Medium ist die Botschaft“ (McLuhan & Fiore 1967) ließe sich angesichts dessen erweitern: Das Subjekt ist das Medium. Mit der Implementierung des Subjekts in die digitale Welt verändert sich der Fokus von einer objektiven Designpraxis zu einer Praxis, die das Subjekt als wandelbares, dynamisches Medium betrachtet. Im Zeitalter der sozialen Medien und der identitätsverändernden Plattformen (02) sind wir die Medien, durch die Designobjekte hindurch fließen. Unsere Identitäten und Erfahrungen prägen die Art und Weise, wie Design wahrgenommen und genutzt wird.

Das hat weitreichende Folgen: Objektivität als Designideal verschwindet zugunsten einer subjektivierten Weltanschauung. Alles ist persönlich empfunden, identitätsbasiert, alles – geahnt haben wir das schon immer – letztlich immer auch Geschmacksache. Jeder Entwurf ist somit eine Botschaft an das Subjekt, die von diesem wiederum individuell interpretiert und somit letztlich auch modifiziert wird.

Dies stellt die alte Trennung von Designer:innen und Nutzenden in Frage – denn die einst so passiven, entsubjektifizierten Subjekte sind längst zugleich Gestaltende ihrer eigenen Erfahrungswelten geworden. Diese neue Rolle des Subjekts im Design bringt gleich mehrere Herausforderungen mit sich. Zunächst die Frage der Fragmentierung: Läuft das Design in einer Welt, in der jede Erfahrung zunehmend fragmentiert und hochgradig personalisiert ist, Gefahr, sich aufzulösen in unzählige Variationen, in denen kohärente Narrative oder visuelle Identitäten schwer möglich sind? Diese Fragmentierung fordert die Designpraxis auch dahingehend heraus, dass das identitätsbasierte Design eine neue Dimension von politischer und sozialer Spannung mit sich bringt. Design, das sich an identitären Themen orientiert, läuft dabei immer auch Gefahr, stärker in kulturelle und politische Spannungsfelder zu geraten. (Wie) kann Design zu einer offenen, entkrampften Gestaltung von Identität beitragen, ohne in identitäre oder politische Kämpfe verwickelt zu werden? Kann es das überhaupt – in einer Gesellschaft, in der Identität derart omnipräsent ist?

Dass sich Design mitunter radikal vom Objekt (bzw. dem Objektiven) hin zum zur Subjektivität verschiebt, bleibt gleich in mehreren Zusammenhängen nicht folgenlos. Was in bestimmten Teilbereichen (und -diskursen) des Designs zeitweise geradezu verpönt schien, nämlich, dass der / die Designer:in als Subjekt hervortritt, individuelle Erfahrungen und Ansichten in die Gestaltung einbringt, scheint wieder salonfähiger und erscheint stellenweise fast schon grundsätzlich notwendig. (03)

Auch, weil Aspekte wie kulturelle Bedeutung oder emotionale Resonanz, aber auch Vielfalt, Mehrdeutigkeit und persönliche Ausdrucksformen verstärkt in den Vordergrund rücken.

Sowohl für Designer:innen als auch deren Rezipient:innen ergibt sich daraus den Spagat zwischen subjektivem Empfinden und objektiver Argumentation zu wagen – stets im „nicht immer zufriedenstellenden Versuch, über oberflächliche Bewertungen hinauszugehen und auszuprobieren, wie sich Produkte aus verschiedenen Perspektiven betrachten lassen“ (Vgl. Bieling 2024, 243). Wird man sich dieser „fortwährenden Mensch-ObjektKommunikation bewusst, so wird deutlich, dass Produkte niemals von allen Menschen gleich wahrgenommen und rezipiert werden können. Jede:r hat einen anderen Hintergrund und besitzt andere Voraussetzungen, vom subjektiven Geschmack ganz zu schweigen.“ (Wellen 2024, 77) In einer Welt, die zunehmend von Identität und Subjektivität geprägt ist, wird Design somit zu einem Spiegelbild dieser tiefen inneren Strukturen. Es ist nicht mehr nur die Schöpfung von Objekten; es ist die Schöpfung der Subjektivität selbst.

Das vorliegende DESIGNABILITIES Themenheft Design Subjects nähert sich diesem Themenkomplex folgerichtig indem es ihn aus unterschiedlichen (Gestaltungs- und Diskurs-) Perspektiven beleuchtet.

Jonathan Kuhlmann behandelt die politische und soziale Bedeutung der städtebaulichen Entwicklung im Offenbacher Hafenviertel. Er untersucht, wie räumliche Gestaltung soziale Spannungen und Machtverhältnisse reflektiert, indem öffentliche und private Interessen aufeinanderprallen. Kuhlmann vergleicht dabei seine subjektiven Wahrnehmungen mit soziologischen Theorien und beobachtet eine zunehmende soziale Exklusion durch Homogenisierung und Kontrolle des Raums, während das Hafenviertel ursprünglich als inklusiver Ort geplant war.

In Fachjargon und Verschleierung untersucht Franziska Muncz die Problematik der Sprachverwendung im Designkontext und vergleicht diese mit Adornos Konzept des „Jargon der Eigentlichkeit“ (Adorno 1964). Sie kritisiert, dass Fachjargon im Design oft als Schutzschild dient, um mangelnde Substanz zu verschleiern und die Relevanz des Designs zu betonen. Muncz plädiert für eine präzisere und transparentere Sprache, um Missverständnisse zu vermeiden und die wissenschaftliche und praktische Bedeutung des Designs besser zu kommunizieren.

Johannes Bietz untersucht den Unterschied zwischen Design und Engineering anhand einer Hängebrücke aus dem Hambacher Forst. In diesem Zusammenhang kritisiert er den weit gefassten Designbegriff und argumentiert, dass Design sich durch die Kombination von Ästhetik und Funktion von Engineering unterscheidet, das sich ausschließlich auf Funktionalität konzentriere.

Mit der symbolischen Bedeutung von Designobjekten und der Art, wie sie von den Nutzenden interpretiert werden können, beschäftigt sich Samuel Schön. In seinem Beitrag nimmt er vor allem die kommunikativen Apskete des Designs in den Blick. Hierbei stellt er zwei eigentständig entwickelte Methoden zur Entschlüsselung zur Sprache der Dinge vor: die mimische Imitation und die bildhafte Darstellung durch Emojis, die helfen sollen, die emotionale und symbolische Bedeutung von Designgegenständen zu verstehen.

Gilberto Vivenzio untersucht in seinem Beitrag Hohlräume des Sub- und Objektiven das Verhältnis von Poesie und Prosa im Design. Er zeigt, wie Design sowohl ästhetische als auch funktionale Dimensionen vereinen kann, ähnlich wie Poesie und Prosa unterschiedliche narrative Formen nutzen, aber auf einem gemeinsamen Fundament – der Sprache – basieren. Vivenzio argumentiert, dass Design sowohl schöpferisch-poetische als auch rational-prosaische Elemente integrieren kann und regt dazu an, den Designprozess auch als experimentellen, essayistischen Ansatz zu betrachten, der Raum für persönliche Interpretation und individuelle Aneignung lässt.

In seiner Auseinandersetzung mit dem Wert des Vorläufigen nähert sich Killian Pfifferling der Notiz als gestalterische Kulturpraktik an. Diese trage in sich eine Ästhetik des Unvollendeten. Während der vollständige Entwurf eine klare Funktion und eine abschließende Form anstrebe, repräsentiere die Notiz das Offene, das Ungeklärte und das Lückenhafte. Diese Zerstreuung schaffe Freiräume für Prozesse, in denen neue Assoziationen und Ideen entstehen können. Das Unvollendete werde hier zur „Quelle schöpferischer Energie, die gerade in ihrer Offenheit und Unbestimmtheit eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet“ (S. 89). In ihrer Vorläufigkeit und Fragmentarität biete die Notiz besondere Möglichkeiten für die Gestaltung und nehme als Medium der Erinnerung und des Denkens eine wesentliche Funktion im Designprozess ein.

(1) Warum an dieser Stelle von (wieder) die Rede ist, wird im späteren Verlauf sowohl dieses Vorworts als auch des Themenhefts deutlich. Es kann hier aber schon mal festgehalten werden, dass Gestaltung im vorindustriellen Zeitalter – also als von Design noch keine Rede war, sondern von Handwerk und dergleichen – ein Möbel vom Schreiner angefertigt wurde, nachdem dieser Maß genommen und individuelle Wünsche, Anforderungen und Bedürfnisse abgeklärt hatte. Im Fokus stand hier das Individuum, das Subjekt. Erst im Zuge der industriellen Märkte (Stichwort: Massenproduktion) begann man für weitgehend unspezifische Gruppen beliebiger Menschen zu arbeiten, was nebenbei bemerkt maßgeblich mit dazu beitrug, dass bestimmte, am Rande der Mehrheitsgesellschaft befindliche Marginalgruppen gestalterisch ausgegrenzt wurden (Vgl. hierzu Bieling 2019). Eine andere Form der subjektiven Gestaltungsperspektive fand sich später in den mitunter bizarren, teilweise unverstandenen Entwürfen so genannter Autorendesigner wieder, die sich bisweilen näher an der Kunst als am Design bewegten und bei denen weniger das Nutzerbedürfnis zu zählen schien, sondern wahlweise die Handschrift, der Ausdruck, das Wagnis oder der Syle einer bestimmten, genialischen Designer:innen-Persönlichkeit repräsentierte, was nicht selten zu dem vielverbreiteten Missverständnis beitrug, man könne bei bestimmten Gegenständen unterscheiden – etwa: zwischen Sofa und Designersofa.

(02) Gemeint ist hiermit das Phänomen, dass man sich heute Avatare schafft, indem man sich
(Schein- oder Wunsch-) Identitäten auf Instagram, TikTok etc. aufbaut, die dann ihrerseits auch wieder Teil der eigenen (neuen Identität) werden. Man könnte auch sagen

(03) Ausgangspunkt dieser These sind nicht zuletzt zahlreiche Diskurse innerhalb meiner
Lehrveranstaltungen, in denen sich streckenweise zwei Lager herauszubilden scheinen: eines davon der Ansicht, Design habe sich vor allem den tatsächlichen, genau analysierten Bedürfnissen und realen Anforderungen unterzuordnen; das andere den Standpunkt vertretend, das wahre Design entstehe gerade erst durch die individuelle Note seiner Schöpfungsinstanz, sei also vor allem dann authentisch, wenn es eine Handschrift trage. Stellvertretend für diesen Diskurs denke ich hier an die Arbeit Hat Autorendesign in der heutigen Zeit eine Daseinsberechtigung? von Mike Wirthensohn & Daniel Weinaus (2023). Diese attestierten dem Autorendesign darin einerseits ein gewisses Maß an Egoismus und Überheblichkeit, anderseits schimmere in ihm häufig auch das Funkeln in den Augen seiner Gestalter:innen hindurch, die den Rezipient:innen nicht selten ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Adorno, Theodor W. (1964): Jargon der Eigentlichkeit, Zur deutschen Ideologie. Suhrkamp, Berlin.

Bieling, Tom (2019): Inklusion als Entwurf – Teilhabeorientierte Forschung über, für und durch Design. B.I.R.D. – Board of International Research in Design. Birkhäuser, Basel.

Bieling, Tom (2024): Die Dinge zur Sprache bringen, Projektdokumentation, Seminar, Prof. Dr. Tom Bieling, Sommersemester 2024, HfG Offenbach. [Nicht veröffentlicht]

McLuhan, Marshall & Quentin Fiore (1967): The Medium is the Massage: An Inventory of Effects. Bantam Books, New York.

Wellen, David (2024): Produktsprache als Teil einer Mensch-Objekt-Kommunikation. In: Die Dinge zur Sprache bringen, Seminar, Prof. Dr. Tom Bieling, Sommersemester 2024, HfG Offenbach. S. 72–79 [Nicht veröffentlicht]

Wirthensohn, Mike & Daniel Weinaus (2023): Autorendesign in der heutigen Zeit eine Daseinsberechtigung? In: Forschen im Design, Seminar, Prof. Dr. Tom Bieling, Sommersemester 2023, HfG Offenbach. S. 110–114 [Nicht veröffentlicht]

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